Wochenendtrip mit Kindern: 10 Ziele, die für Freitag hin und Sonntag zurück optimal funktionieren

Kurz mal weg und energiegeladen zurück

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Freitag, 13:47 Uhr. Der Schulranzen fliegt in die Ecke, das Auto ist seit dem Vorabend gepackt, und in zwei Stunden sitzt ihr an einem See, in dem noch niemand von euch je geschwommen ist. Ein Wochenendtrip mit Kindern braucht kein Sabbatical und keine sechs Wochen Vorlauf. Er braucht nur ein Ziel, das nah genug liegt, damit die Fahrt nicht die Erholung frisst, und besonders genug ist, damit sich zwei Nächte wie eine echte Reise anfühlen.

Wir haben 11 solcher Ziele gesammelt, alle selbst getestet, sortiert nicht nach Bundesland, sondern nach eurer Haustür. Denn ob sich ein Wochenende lohnt, entscheidet sich auf dem Weg dorthin.

Land/Country
  • AT - Österreich
  • CH - Schweiz
  • DE - Deutschland
  • ES - Spanien
  • FI - Finnland
  • FR - Frankreich
  • GR - Griechenland
  • HR - Kroatien
  • ID - Indonesien
  • IT - Italien
  • NL - Niederlande
  • PL - Polen
  • PT - Portugal
  • SE - Schweden
  • SLO - Slowenien
  • UK - Großbritannien
Region
  • Allgäu
  • Amsterdam
  • Andalusien
  • Atlantikküste
  • Bad Gastein
  • Bad Ischl
  • Bali
  • Bayerischer Wald
  • Berchtesgaden
  • Berlin
  • Bern
  • Bodensee
  • Bregenzerwald
  • Bretagne
  • Burgenland
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Frankfurt
  • Gardasee
  • Granada
  • Graubünden
  • Hamburg
  • Kaiserwinkl
  • Kärnten
  • Koblenz
  • Köln
  • Krakau
  • Lappland
  • Lechtal
  • Lissabon
  • Ljubljana
  • London
  • Lyon
  • Maastricht
  • Madrid
  • Mailand
  • Mallorca
  • Marbella
  • Montafon
  • München
  • Münchner Umland
  • Nimes
  • Nordsee
  • Nürnberg
  • Opatija
  • Osttirol
  • Paris
  • Porto
  • Procida
  • Rom
  • Rothenburg ob der Tauber
  • Rotterdam
  • Rovinj
  • Salzburg
  • Salzburger Land
  • Salzkammergut
  • Schwäbische Alb
  • Serfaus-Fiss-Ladis
  • Sörenberg
  • St. Gallen
  • Steiermark
  • Straßburg
  • Stubaital
  • Südfrankreich
  • Südtirol
  • Sylt
  • Tarifa
  • Thüringen
  • Tirol
  • Tölzer Land
  • Toskana
  • Toulouse
  • Udine
  • Umbrien
  • Venedig
  • Verona
  • Vorarlberg
  • Warschau
  • Warth
  • Wien
  • Zillertal
  • Zinal
  • Zürich

Drei Regeln, die beim Wochenendtrip mit Kids über Gelingen oder Scheitern entscheiden

Maximal zwei Stunden Anreise. Alles darüber verschiebt die Ankunft so weit in den Abend rein und die Laune in den Keller. Ergibt den Erholungswert null. Zwei Stunden sind die magische Grenze, bei der auch der Sonntag noch entspannt bleibt und ihr etwas schönes unternehmen könt, bevor man ans Heimfahren denkt.

Ein Herzstück pro Tag. Der häufigste Fehler beim Kurztrip mit Kindern ist Programm-Overkill. Plant einen Fixpunkt pro Tag, den Rest füllt der Ort von selbst. Kinder erinnern sich an die Stunde am Bach, nicht an die vierte Sehenswürdigkeit.

Sonntag um 15 Uhr abfahren. Wer entspannt heimkommt, fährt das nächste Mal auch gerne wieder los. Und genau darin liegt der eigentliche Trick: Warum mehrere kurze Auszeiten glücklicher machen als ein einziger langer Urlaub, haben wir in unserem Artikel über 12 Wochenend-Hideaways für Familien aufgeschrieben. Dort findet ihr auch die passenden Unterkünfte, falls ihr zuerst wissen wollt, wo ihr schlaft. Und wenn es ganz spontan sein soll: Unsere Last-Minute Escapes mit Kindern sind genau dafür gemacht.

Ab München: Fünf Ziele zwischen 45 Minuten und 2 Stunden

1. Tölzer Land und Isarwinkel

Anreise: 45 Minuten ab München.

Das Tölzer Land ist der Beweis, dass ein Wochenendtrip mit Kindern keine Autobahnstunden braucht. Die Isar fließt hier noch wild und türkis, die Kiesbänke sind im Sommer der schönste Abenteuerspielplatz Oberbayerns und Bad Tölz hat mit seiner Marktstraße genau die richtige Dosis Stadt für einen Kurztrip. Wer es idylisch schön mag, der findet hier den Kochelsee und richtig tolle Fahrradtouren durch die Natur.

Freitagabend: Ankommen, kurzer Spaziergang an der Isar, Steine flitschen lassen, bis es dämmert.

Samstag: Rauf auf den Blomberg. Die Bergbahn nimmt kleinen Kindern die Höhenmeter ab, größere lieben die Sommerrodelbahn für die Abfahrt. Nachmittags Kloster Benediktbeuern mit seinen weiten Wiesen und dem Moorlehrpfad.

Sonntag: Vormittag eine kleine Wanderung am Kochelsee mit Plantschen am Badestrand eurer Wahl, Picknick mit Fischsemmel statt Restaurant, um 15 Uhr seid ihr auf der Heimfahrt und um 16 Uhr zu Hause.

2. Kaiserwinkl, Tirol

Anreise: 1 Stunde ab München.

Der Kaiserwinkl ist unsere Antwort auf die Frage, wie Tirol ohne Trubel geht. Walchsee und Kössen liegen ruhig zwischen Kaisergebirge und bayerischer Grenze, und die Region kann beides: Badesee-Sommer und sanften Winter mit Rodelbahnen und 121 Kilometern kostenlosen Loipen. Was wir dort im Winter erlebt haben, von der Aschinger Alm bis zum Nordic Center, lest ihr in unserem Kaiserwinkl-Artikel.

Freitagabend: Einchecken in Walchsee, zu Fuß runter zum See, Abendlicht über dem Wasser.

Samstag: Im Sommer Badetag mit Bergblick, im Winter Rodeln an der Aschinger Alm mit Hütteneinkehr.

Sonntag: Gemütliches Frühstück, eine kleine Runde am See oder Snowtubing im Winter, kurze Heimfahrt ohne Stau-Drama.

3. Allgäu und Unterallgäu

Anreise: 1,5 Stunden ab München, ebenso ab Stuttgart.

Das Allgäu ist als Wochenendziel fast schon zu naheliegend, und trotzdem unterschätzen es viele Familien. Der Trick liegt im Unterallgäu: sanfte Hügel statt Gipfelehrgeiz, Bauernhöfe statt Bettenburgen, Wege, die auch mit Dreijährigen funktionieren. Welche Touren wir mit Kindern wirklich empfehlen, steht in unserem Allgäu-Wanderartikel.

Freitagabend: Ankommen auf dem Hof oder im Gästehaus, Tiere begrüßen, das reicht als Programm völlig.

Samstag: Eine Familienwanderung mit Einkehrziel, nachmittags Hofleben, Badeweiher oder Schloss Neuschwanstein (nach 16 Uhr ist dort kein Touribus mehr unterwegs).

Sonntag: Tretboot fahren auf dem Hopfensee, Walderlebniszentrum Füssen oder ein Sprung ins Alpenfreibad, bevor es langsam Richtung Autobahn geht.

4. Berchtesgadener Land

Anreise: 1,5 bis 2 Stunden ab München, 30 Minuten ab Salzburg.

Berchtesgaden funktioniert als Wochenendziel zu jeder Jahreszeit, weil die Wege kurz und die Kontraste groß sind: morgens Königssee, mittags Nationalpark, abends historisches Zentrum. Im Winter kommen Rodelbahnen, Rotwildfütterung und das illuminierte Winterleuchten dazu. Unsere komplette Winterauswahl findet ihr im Artikel über den Winterurlaub in Berchtesgaden mit Kindern.

Freitagabend: Spaziergang durch die Wimmbachklamm bis zum Wimbachschloss, zum Runterkommen ideal.

Samstag: Das Herzstück je nach Saison: Bootsfahrt nach St. Bartholomä oder ein Tag im überschaubaren Familienskigebiet.

Sonntag: Vormittags eine kurze Nationalpark-Runde, dann geht es heim, bevor der Rückreiseverkehr einsetzt.

5. Wilder Kaiser, Tirol

Anreise: 1,25 Stunden ab München.

Auf der anderen Seite des Kaisergebirges, rund um Söll, Scheffau, Ellmau und Going, zeigt sich Tirol von seiner zugänglichsten Seite. Die Bergbahnen nehmen Familien die Höhenmeter ab, oben warten liebevoll gebaute Erlebniswelten wie das Hexenwasser in Söll, in dem Kinder stundenlang an Wasserläufen bauen, stauen und matschen. Und wer es stiller mag, findet mit dem Hintersteiner See einen der klarsten Bergseen Tirols.

Freitagabend: Ankommen im Dorf, kurzer Spaziergang mit Blick auf die Felswände des Kaisers, die im Abendlicht glühen.

Samstag: Das Herzstück: mit der Bahn hinauf zum Hexenwasser, barfuß durch die Wasserstationen, mittags auf der Alm.

Sonntag: Vormittags an den Hintersteiner See, einmal tief durchatmen, dann rollt ihr in gut einer Stunde zurück nach München.

Ab Wien: Zwei Ziele im Burgenland

6. Nordburgenland und Neusiedler See

Anreise: 45 Minuten ab Wien.

Kein anderes Ziel in dieser Liste hat ein besseres Verhältnis von Anreisezeit zu Tapetenwechsel. Nach nicht einmal einer Stunde steht ihr in einer Steppenlandschaft mit flirrendem Licht, Schilfgürteln und einem See, der sich anfühlt wie Meer für Anfänger. Der Neusiedler See ist UNESCO-Welterbe, und die Radwege am Ufer sind so flach, dass auch kleine Beine große Etappen schaffen. Was die Region sonst noch kann, lest ihr in unserem Nordburgenland-Artikel.

Freitagabend: Ankommen am See, die Füße ins Wasser, Abendessen beim Heurigen in Gols, Sonnenuntergang über dem Schilf.

Samstag: Radtour am Ostufer oder ein Tag im autofreien Seebad, abends Blunzengröstl für die Großen, Palatschinken für die Kleinen.

Sonntag: Vormittags Vögel beobachten im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel, um 17 Uhr seid ihr längst wieder in Wien.

7. Südburgenland

Anreise: Knapp 2 Stunden ab Wien, 1,5 ab Graz.

Das Südburgenland ist die stille Schwester des Nordens: Weinberge, Streuobstwiesen, Kellerstöckl, die zu Ferienhäusern für Familien geworden sind. Hier passiert wenig, und genau das ist das Programm. Der Naturpark Raab liegt vor der Tür, die Thermenregion gleich daneben. Unsere ausführliche Liebeserklärung an die Region findet ihr im Südburgenland-Artikel.

Freitagabend: Einchecken im Kellerstöckl, Brettljause auf der Terrasse, Grillenzirpen inklusive.

Samstag: Vormittags eine Radrunde durch die Weinberge, nachmittags Therme oder Badesee, je nach Wetter.

Sonntag: Langsames Frühstück, Besuch auf der Burg Schlaining, ein letzter Blick über die Hügel, entspannte Rückfahrt.

Ab Hamburg: Nordseeluft in zwei Stunden

8. St. Peter-Ording

Anreise: 2 Stunden ab Hamburg.

Die Halbinsel Eiderstedt ist Nordsee in konzentrierter Form: zwölf Kilometer Strand, Pfahlbauten, Wind, der den Kopf freipustet, und ein Watt, das bei Ebbe zum größten Entdeckerfeld Norddeutschlands wird. Für ein Wochenende ist das Urban Nature in St. Peter-Ording direkt am Deich einfach ideal.

Freitagabend: Ankommen, rauf auf den Deich, das erste Mal Meer schmecken.

Samstag: Wattwanderung oder Bernsteinsuche mit Führung am Vormittag, nachmittags Strand, Drachen steigen lassen, Sandburgen bauen, bis die Arme müde sind.

Sonntag: Fischbrötchen am Hafen, ein letzter Deichspaziergang bis zum Spielhus, gegen 14 Uhr Richtung Hamburg.

Ab Stuttgart, Zürich und Basel: Zwei Ziele, ein Ländereck

9. Bodensee

Anreise: 1 Stunde ab Zürich, 2 Stunden ab Stuttgart und München.

Der Bodensee fühlt sich an wie ein großes, ruhiges Dreiländereck aus Wasser, Licht und kleinen Momenten. Und obwohl er so bekannt ist, findet man rund um Friedrichshafen genau das, was man für ein gutes Familienwochenende braucht: kurze Wege, viel Natur und dieses Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer wird.

Unser Tipp: nicht die großen Uferpromenaden ansteuern, sondern die ruhigeren Abschnitte rund um den See. Kleine Hafenorte, flache Wege, Wiesen bis ans Wasser und immer wieder dieser Blick, der Kinder automatisch still werden lässt.

Freitagabend: Ankommen im Hotel Maier, Abendessen mit Seeblick, Schiffe zählen.

Samstag: Mit der Fähre übersetzen und die Pfahlbauten in Unteruhldingen besuchen, ein Freilichtmuseum, das Geschichte in Kinderhöhe erzählt.

Sonntag: Vormittags Uferweg oder Insel Mainau oder ein Abstecher zum Affenberg in Salem, je nach Energielevel, dann rollt ihr entspannt heim.

10. Straßburg

Anreise: 1,5 Stunden ab Stuttgart und Basel, 2 ab Frankfurt.

Der einzige Städtetrip in dieser Liste und er hat sich den redlich Platz verdient. Straßburg ist mit Kindern erstaunlich einfach: Die Altstadt mit dem Gerberviertel Petite France ist kompakt und zu Fuß machbar, das Kinder-Wissenschaftsmuseum Le Vaisseau rettet jeden Regentag, und Flammkuchen ist das seltene Essen, auf das sich alle am Tisch einigen können. Dazu kommt der Grenzübertritt, der sich für Kinder nach richtiger Reise anfühlt, obwohl die Fahrt kürzer ist als mancher Weg an die Ostsee.

Freitagabend: Ankommen, durch die Gassen der Petite France schlendern, Flammkuchen essen.

Samstag: Vormittags Le Vaisseau, nachmittags Bootsfahrt auf der Ill, vom Wasser aus zeigt die Stadt ihre schönste Seite.

Sonntag: Parc de l’Orangerie mit Störchen und Ruderbooten, ein Croissant für die Rückfahrt, à bientôt.

So plant ihr das Wochenende ohne Stress

Ein Wochenendtrip mit Kindern gelingt in der Vorbereitung, nicht unterwegs. Drei Dinge haben sich bei uns bewährt. Erstens: Freitag früher losfahren. Wer um 14 Uhr startet statt um 17 Uhr, spart sich den Feierabendverkehr und gewinnt einen ganzen Abend. Zweitens: Den Sonntag nicht mit einem Restaurantfrühstück verplanen, ein Frühstückskorb oder Bäckereibesuch hält den Morgen flexibel. Drittens: Ein kleines Übergangsritual für die Rückfahrt, bei uns ist es das gemeinsame Hörspiel ab der Autobahnauffahrt. So endet die Reise nicht abrupt, sondern klingt aus.

Und wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid und gleich mehr Landleben wollt: Wie ein ganzer Familienurlaub auf dem Bauernhof funktioniert, haben wir ausführlich aufgeschrieben.

Häufige Fragen zum Wochenendtrip mit Kindern

Wie weit sollte man für ein Wochenende mit Kindern maximal fahren? Unsere Faustregel: zwei Stunden einfache Fahrt. Darunter bleibt genug Zeit vor Ort, darüber kippt das Verhältnis von Fahrt zu Erlebnis. Mit Babys und sehr kleinen Kindern lieber eine Stunde anpeilen und die Fahrzeit auf Schlaffenster legen.

Lohnt sich ein Wochenendtrip mit Kleinkind überhaupt? Ja, gerade dann. Kleinkinder brauchen keine Attraktionen, sondern neue Reize in sicherem Rahmen: ein See, ein Hof, ein Strand. Zwei Nächte reichen, damit sich alle erholt fühlen.

Was ist zwischen Freitag und Sonntag realistisch machbar? Mehr, als es klingt: drei Halbtage und zwei volle Vormittage. Plant ein Herzstück pro Tag und lasst den Rest offen. Grade so ein Kurzulaub lebt von den spontanen Momenten.

Klein anfangen, oft wiederholen

Ein Wochenendtrip mit Kindern ist kein Ersatz für den großen Urlaub. Er ist etwas Eigenes: schneller geplant, näher dran, öfter wiederholbar und trotzdem weit weg vom eigentlichen Alltag. Sucht euch ein Ziel aus dieser Liste, das zu eurer Haustür passt, blockt das nächste freie Wochenende und packt am Donnerstagabend. Der Rest ergibt sich.

Und falls ihr doch einen Tag mehr habt: Dann lohnt sich der Sprung über die Zwei-Stunden-Grenze, zum Beispiel an den Weißensee in Kärnten, die Karibik der Alpen auf 930 Metern. Für alle anderen Wochenenden gilt: Unser Newsletter bringt euch einmal im Monat neue Lieblingsplätze direkt ins Postfach, damit die Liste der Ziele nie leer wird.

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