Südburgenland mit Kindern: Kanu, Burg und Tiny House in den Weinreben

Die unentdeckte Seite des Burgenlands: Höchste Burgendichte, Wildfluss und Uhudler im Glas

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Das Südburgenland ist die Region, über die zu wenig gesprochen wird. Dabei passieren hier Dinge, die man so in Österreich nicht erwartet: Man sitzt im Kanu auf einem Fluss, der sich gerade nicht sicher ist, ob er Österreich oder Ungarn gehört und genießt die Aussicht auf Ufer, die so wild und grün sind, dass man kurz denkt, man wäre auf einem anderen Kontinent. Man steht auf einer 800 Jahre alten Burg und lauscht Geschichten von Rittern und Burgherren, wo selbst die Kids ganz gebannt zuhören. Und man wacht morgens in einem Tiny House auf, blickt durch das Panoramafenster auf Weinreben im ersten Licht und denkt: Hierher kommen wir wieder. Es braucht nur einen ersten Besuch.

Lieblingsplatz: Naturpark Raab, wo drei Länder sich einen Fluss teilen

Es gibt nicht viele Naturparks in Europa, die sich um Staatsgrenzen schlicht nicht scheren. Der Dreiländer-Naturpark Raab–Örség–Goričko ist einer davon. Er verbindet Österreich, Ungarn und Slowenien in einem gemeinsamen Schutzgebiet, weil die Raab das auch tut. Der Fluss mäandert durch alle drei Länder, bildet Sandbänke, die sich nach jedem Hochwasser verschieben, gräbt sich in Steilhänge mit Eisvogelbruthöhlen und schafft dabei Ufervegetation, die im Hochsommer so üppig und grün ist, dass der Vergleich mit dem Amazonas nicht übertrieben wirkt. Man muss nur kurz drin sitzen. Im Kanu, mit dem Paddel in der Hand und einem Eisvogel, der als türkisblaue Linie knapp über der Wasseroberfläche verschwindet und versteht sofort, warum diese Landschaft unter Schutz steht.

Die geführten Kanufahrten auf der Raab sind unser absolutes Highlight im Südburgenland und das ist kein leichtes Urteil bei so viel Konkurrenz. Kinder ab vier Jahren dürfen mit. Schwimmwesten werden gestellt. Ein erfahrener Guide erklärt vorher, was Backbordschlag bedeutet und warum man besser gemeinsam als gegeneinander rudert. Zweiter Punkt kommt schnell zur Anwendung: Wer in verschiedene Richtungen paddelt, dreht Kreise. Das ist keine Theorie, das ist innerhalb der ersten fünf Minuten gelernte Physik. Und genau deshalb ist diese Kanufahrt so viel mehr als ein Ausflug, sie ist Teamwork, der man beim Lernen zusehen kann.

Mit der Burgenland Card gibt es 15 % Rabatt auf die Kanufahrt. Buchung direkt beim Naturparkbüro Jennersdorf: +43 660 1171 282 oder naturparkraab.at. Startpunkt: Wehranlage Neumarkt an der Raab. Bitte Wechselkleidung und festes Schuhwerk einpacken.

Danach unbedingt beim Buschenschank Grosz einkehren. Das Weingut führt die Familie in dritter Generation, der junge Winzer persönlich öffnet und schenkt ein, und von der Terrasse schaut man über die Weinberge bis nach Ungarn – was in diesem Moment sehr weit und sehr nah gleichzeitig erscheint. Kalte Speisen, regionale Weine, für Kinder gibt es eine eigene Karte. Dass es so etwas gibt, so nah am Naturpark und so weit weg von allem Touristischen, das macht das Südburgenland zu dem, was es ist.

© Burgenland Tourismus Bjorn Snelders

Friedensburg Schlaining: zwischen Rittersaal und Friedensforschung

Nicht jeder Burgbesuch ist gleich. Die Friedensburg Schlaining in Stadtschlaining ist einer, nach dem Kinder noch in der Autoheimfahrt Fragen stellen. Das liegt an Andreas Baumkircher, einem steirischen Ritter aus dem 15. Jahrhundert, der vom kleinen Adeligen in die höchsten Kreise des Reiches aufstieg, die Burg ausbauen ließ, schließlich in Ungnade fiel und auf dramatische Weise umkam. Eine Geschichte mit echtem Bogen. Kein Museumstext, sondern eine Figur.

Die Burg selbst steht seit dem 13. Jahrhundert auf ihrem Hügel im Südburgenland, trägt seit 1786 den Namen Friedensburg und ist heute Sitz des Austrian Center for Peace, was sie zu einem der aktuellsten Kulturorte im Bundesland macht. Geschichte und Gegenwart kommen hier selten so nah zusammen.

Für Familien ist die Kinderführung „Wo die Ritter wohnen” der richtige Einstieg: 90 Minuten, ab sechs Jahren, maximal 14 Personen, durch Rittersaal und Burggeschichte mit Fokus auf das Alltagsleben und auf Baumkircher, dessen Ende Kinder nicht kalt lässt.

Nach der Führung: Jause im Restaurant Kranich im Burghof, und für alle, die den Wein der Region zu schätzen wissen ist der Burgkeller eine eigene Empfehlung wert. Die Beratung ist außergewöhnlich persönlich und klug. Mit der Burgenland Card gibt es 10 % Rabatt auf den Einkauf.

Entspannt abtauchen in der Therme Stegersbach

Wer aus dem Norden anreist, kommt automatisch an Stegersbach vorbei und damit an einem Ort, den wir euch besonders für den Anreise- oder Abreisetag ans Herz legen. Die Therme Stegersbach und Allegria Resort Stegersbach verteilt sich auf 6.700 Quadratmeter, hat 14 Becken mit Wassertemperaturen zwischen 26 und 35 Grad und ist gleichzeitig groß genug, dass keine Schlangen vor den Rutschen entstehen, und überschaubar genug, dass Eltern ihre Kinder im Blick behalten können.

Vier Rutschen warten – von der rasanten Speedrutsche bis zur kurvigen Schlangenrutsche –, dazu ein Wellenbecken, ein neuer Infinity Pool mit Weitblick und das fröhliche Thermenmaskottchen Badolin, das gelegentlich durch die Anlage spaziert und Kinderaugen leuchten lässt. Für die Kleinsten gibt es einen eigenen Babybereich, für Eltern eine 2.200 Quadratmeter große Saunawelt auf dem Dach – allerdings erst ab 14 Jahren zugänglich, mit Ausnahme der täglichen Familiensauna-Zeiten von 10 bis 12 Uhr für Kinder ab drei.

Ideal also als sanfter Auftakt am Anreisetag, wenn die Kinder nach der Autofahrt Bewegung suchen, oder als warmer Abschluss kurz vor der Heimfahrt.

Kellerstöckl Königsberg: das kleinste Haus mit dem größten Ausblick

Denken wir an das Kellerstöckl Das Königsberg, kommt da genau dieses Bild im Kopf: Morgens, direkt nach dem Aufwachen, wandert der Blick ganz automatisch ans Panoramafenster am Kopfende des Bettes, das zeigt direkt in Richtung Sonnenaufgang. Und dann sieht man zu, wie das Licht langsam über die Weinberge kommt. Reihe für Reihe. Sachte und unaufhaltsam, bis der ganze Hang leuchtet und der Tag offensichtlich gut werden wird.

Das Kellerstöckl hat weniger als 70 Quadratmeter auf zwei Ebenen und hat trotzdem alles, was man braucht. Unten: offenes Wohnzimmer mit Essecke, eine vollausgestattete Küche mit Geschirrspüler, Retro-Kühlschrank, Backofen, Nespresso. Ein Bad mit Regenbrause. Oben, über eine Holztreppe: das Doppelbett mit dem Panoramafenster, eine Schlafecke mit Spielsachen und zwei Betten für Kinder.

Auf der Terrasse: Holztisch, Liegestühle, Solar-Dusche, Grillrost und – das Beste an langen Sommerabenden – eine Feuerschale. Der überdachte Fahrradstellplatz hat eine Steckdose für E-Bikes. Mineralwasser, Bier und regionale Weine sind zu Ab-Hof-Preisen verfügbar.

Das Kellerstöckl liegt im Weinbaugebiet Königsberg, ist mit dem Fahrrad zu umliegenden Buschenschanken erreichbar und bringt einen in eine Ruhe, die man in dieser Intensität selten findet.

Zum Weiterlesen

Das Südburgenland ist das wildeste der drei Kapitel. Wer auch die Schilfsafari am Neusiedler See und die Weinberg-Runden des Mittelburgenlands auf die Liste setzen möchte, findet in unserem großen Burgenland-Familienbericht alle drei Regionen auf einen Blick.

Unser großer Burgenland-Guide für Familien 

Radrouten für Familien im Burgenland 2026

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Burgenland Tourismus. Alle Eindrücke, Tipps und Empfehlungen sind unsere eigenen.

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