Burgenland mit Kindern: Naturgenuss zwischen Serengeti, Amazonas und Toskana

Wo Natur die Kinderbetreuung übernimmt.

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Stoppt mal kurz alle anderen Urlaubspläne. Wir haben da nämlich was für euch. Mehr als 300 Sonnentage im Jahr, drei komplett verschiedene Landschaften in einem einzigen Bundesland. Dazu ein UNESCO-Welterbe direkt am Wasser, Wildflüsse, Weinberge und Naturparks, in denen eure Kinder die Tiere nicht mehr im Bilderbuch suchen, sondern durchs Fernglas.

Klingt fast zu schön, um wahr zu sein? Ist es nicht.

Das Burgenland ist eines dieser seltenen Reiseziele, das sich kaum in eine Schublade stecken lässt. Manche Orte erinnern an die Weite der Serengeti, andere an die sanften Hügel der Toskana und wieder andere an ursprüngliche Flusslandschaften, wie man sie sonst eher am Amazonas vermuten würde. Ja, wir wissen, wie ungewöhnlich dieser Vergleich klingt. Aber genau das macht den Reiz aus.

Und das Beste: Ihr seid schneller dort, als ihr denkt. Von Wien in unter einer Stunde, von München in etwa vier bis fünf. Und was euch am Ende erwartet, überrascht selbst die Österreich-Kenner.

Drei Landschaften, ein Reiseziel

Burgenland in einem Satz zu erklären ist kaum möglich. Also: stattdessen drei Bilder.

Im Norden liegt der Neusiedler See, ein einzigartiger salzhaltiger Steppensee. Sein Schilf rauscht, darüber kreisen unzählige Vögel, und wer mit dem Fernglas in die Weite blickt, versteht sofort, warum wir hier von der Serengeti reden. Unsere Kinder sprechen noch heute von den Wasserbüffeln, den weißen Eseln und dem Stelzenläufer, der durchs Schilf staksen kann. Wasser, Licht und Zeit. Mehr braucht es dort nicht, um die Natur in sich aufzusaugen.

Weiter südlich, im Mittelburgenland, dreht sich die Welt komplett: Weingärten an sanften Hängen, Morgennebel, der in den Tälern hängt, familiär geführte Buschenschenken mit hausgemachtem Most und einer Schiefertafel an der Tür, auf der steht, was gerade offen ist. Toskana-Gefühl, aber ohne überfüllte Autobahn nach Florenz. Und obendrauf? Eine Draisine, die auf stillgelegten Schienen von einem Kulinarikstopp zum nächsten ruckelt – sehr zur Freude der Kinder, die plötzlich erstaunlich kräftig in die Pedale steigen.

Ganz im Süden schlängelt sich dann die Raab in engen Schleifen durch bewaldetes Hügelland und sieht dabei dem Amazonas verdächtig ähnlich. Mitten in Mitteleuropa, wohlgemerkt. Ein Wildfluss, auf dem ihr am besten mit dem Kanu treibt.

Wer alle drei Regionen nacheinander erlebt, versteht: Das Burgenland ist ein Volltreffer.

Wo Steppe auf See trifft: Nordburgenland & Neusiedler See

Flach und so weit, dass ihr das andere Ufer nur ahnt: das ist der Neusiedler See. Radln, baden, segeln, surfen, paddeln oder einfach die Beine in die Sonne strecken? Geht alles. Und glaubt uns: Wer zum ersten Mal am Ufer steht, kommt aus dem Staunen erstmal nicht raus. So weit, so anders, als man es sonst von Österreich kennt.

Hinter dem Schilfgürtel beginnt der Nationalpark Neusiedlersee – Seewinkel, einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Wir reden hier von ca. 350 Vogelarten, Salzlacken und endlosem Steppengrasland. Klingt nach Bio-Lehrbuch? Stimmt. Fühlt sich aber an wie Safari auf Österreichisch. Die Ranger nehmen euch und die Kids regelmäßig mit raus, Fernglas in der Hand, und mit etwas Glück seht ihr Steppenrinder, Wasserbüffel und Stelzenläufer durchs Schilf staksen. (Unsere Kinder reden noch heute davon. Wir, ehrlich gesagt, auch.)

Ihr beobachtet die Tiere lieber vom Wasser aus? Dann bucht euch eine Schilfsafari. Die schmalen Kanus gleiten lautlos durch die Gänge im Röhricht, während der Ranger erklärt, was sich da zwischen den Halmen bewegt. Stille, Schilfrauschen, irgendwo Vogelgezwitscher, ihr werdet euch zwischendurch fragen, ob ihr eigentlich noch in Österreich seid.

Mit dem Rad unterwegs? Das geht im Burgenland auch easy. Zum Beispiel so: Kind, Kegel und Drahtesel auf die Fähre in Mörbisch laden und rüber nach Illmitz. Auf dem Weg unterhält euch die brandneue Tour der Bike Buddies Burgenland. Dabei gibt es Rätsel und Geschichten am Wegesrand, die nur darauf warten, gelöst zu werden. Und plötzlich treten selbst die kleinen Tretmuffel von ganz allein.

Unser Lieblingsspot in der Region? Eindeutig das Bio-Landgut Esterhazy. Eines der spannendsten Agrarprojekte des Burgenlandes, in das die Familie Esterhazy mehrere Millionen Euro in sanften Tourismus und nachhaltige Landwirtschaft gesteckt hat – und ja, das merkt man an jeder Ecke. Hier verstehen Kinder, woher ihr Essen kommt, dürfen Tiere bestaunen, sich auf dem Spielplatz austoben und ganz neu: bei den Entdeckerspaziergängen übers Landgut mitlaufen. Unbedingt probieren solltet ihr dort das Restaurant Gogosch, das im ehemaligen Rinderstall residiert.

Geschlafen haben wir in den Guesthouses Neuer Strand in Breitenbrunn. Das sind Holzhäuser, die buchstäblich über dem Wasser stehen. Auf Pfählen. Im Schilf. Wer hier morgens als Erstes die Tür öffnet, bevor irgendjemand anders wach ist, hört nichts außer Vögeln. Die Kids haben im Garten direkt am Wasser eine eigene Spielwiese, und sobald die Sonne untergeht, wird die Außensauna angeheizt. (Falls eure Familie noch keine Sauna-Fans sind, nach diesem Urlaub seid ihr es. Versprochen.) Abendessen gibt’s entweder im Restaurant Libelle oder, wenn ihr lieber unter euch sein wollt, einfach im Häuschen selbst. Und in den warmen Monaten ist direkt nebenan: das Strandbad Neuer Strand.

Alle Details zum Nordburgenland: Nordburgenland mit Kindern: Mini-Safari & Lieblingsplätze 

Wo die Alpen zu sanften Hügeln werden: Mittelburgenland

Augen auf, Tempo raus: Das Mittelburgenland südlich vom Neusiedler See will langsam genossen werden. Sanfte Hügel, Weinberge bis zum Horizont, und eine Leichtigkeit in der Luft, die ihr spätestens beim ersten Glas Blaufränkisch endgültig versteht. Wer hier durchfährt, merkt schnell: Die Toskana-Vergleiche kommen nicht von irgendwoher. Picknick zwischen Weinreben, die Abendsonne im Gesicht und pannonische Köstlichkeiten auf der Decke ausgebreitet. Erinnert an Bilderbuch, gibts aber auch im Mittelburgenland.

Ihr wollt es trotzdem etwas adrenalinreicher? Kein Problem. Am Geschriebenstein, dem höchsten Punkt des Burgenlandes, starten die Burgenland Trails – Mountainbike-Strecken, die so ziemlich jedes Kondition-Level abholen. Die oberen Linien sind was für ambitionierte Sattelhelden, die familientauglichen Routen belohnen mit Ausblicken bis weit nach Ungarn rein. Und der eine oder andere Trail-Neuling unter euch wird hier ziemlich sicher zum Wiederholungstäter.

Lieber gemütlicher? Dann schwingt euch auf die Draisine. Ja, genau richtig gelesen! Diese vierrädrigen Schienenfahrzeuge, die ihr nur aus alten Western kennt. Auf stillgelegten Gleisen rattert ihr durch Weinhügel, gewinnt erstaunlich an Fahrt und merkt erst nach einer halben Stunde, dass das hier eine ganz schön sportliche Angelegenheit ist. Spätestens an der Bahnhofsbäckerei mit ihren frischen Palatschinken könnt ihr den Treteinsatz der Kids messen: Je hungriger, desto fleißiger.

Und nach so einem Tag im Sattel? Da fährt jede einzelne Familie kollektiv in dieselbe Richtung: zur Sonnentherme Lutzmannsburg. Warmes Thermalwasser, eine Rutschenwelt, bei der die Kids stundenlang verschwinden, Ruhebecken für alle, die einfach nur die müden Beine ausstrecken wollen. Thermen haben im Burgenland Tradition und die in Lutzmannsburg macht ihrem Ruf als Familientherme alle Ehre.

Geschlafen haben wir im Tschardakenhof in Lutzmannsburg, und dieser Ort ist eine kleine Liebeserklärung. Patricia hat den denkmalgeschützten Streckhof mit so viel Sorgfalt restauriert, dass man kaum noch glauben mag, dass hier mal Vieh gestanden hat. Die alten Balken? Geblieben. Alles andere wurde komplett neu gedacht. Die Atmosphäre? Wunderbar herzlich. Morgens stand der Frühstückskorb mit regionalen Schmankerln direkt vor der Tür. Brot, Marmelade, Käse, Eier von nebenan. Der Tschardakenhof trägt übrigens das österreichische Umweltzeichen.

Mitteleuropas kleiner Amazonas: Hallo Südburgenland!

Wenn das Burgenland ein Geheimtipp ist, dann ist das Südburgenland der Geheimtipp im Geheimtipp. Und genau das ist sein größtes Argument. Die Raab ist einer der Flüsse, die der Mensch glücklicherweise weitgehend in Ruhe gelassen hat. Kein Beton, kaum Begradigung, dafür jede Menge Charakter. Sie schlängelt sich in engen Schleifen durch bewaldete Hügel, der Boden ist feucht, das Licht fällt gefiltert durch die Baumkronen und wer genau hinschaut, entdeckt am Ufer einen Eisvogel sitzen. (Falls ihr noch nie einen gesehen habt: Augen auf und nach blauen Flecken Ausschau halten.)

Am Dreiländereck zwischen Österreich, Ungarn und Slowenien liegt der Naturpark Raab, einer der wenigen grenzüberschreitenden Naturparks Europas. Hier wird gewandert, gepaddelt und geradelt, aber alles ohne Gedränge. Und ja, das fühlt sich tatsächlich an wie ein kleiner privater Rückzugsort in der Natur.

Ihr habt Lust, der Raab so richtig nahezukommen? Dann ab ins Kanu. Der Fluss ist ruhig genug, dass auch Familien ohne Paddel-Vorerfahrung sicher unterwegs sind, und gleichzeitig abwechslungsreich genug, dass keine Sekunde langweilig wird. Und spätestens nach der ersten Stunde habt ihr vergessen, dass ihr eigentlich noch in Mitteleuropa seid.

© Burgenland Tourismus Bjorn Snelders

Wer dann doch mal das Wasser gegen feste Mauern tauscht, fährt nach Stadtschlaining. Hoch über dem Tauchental thront dort die Friedensburg Schlaining, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Österreichs, mit Bergfried-Mauern, die acht Meter dick sind, und interaktiven Ausstellungen, in denen Kinder Schwerter schwingen und Helme anlegen dürfen. Das Besondere an dieser Burg: Sie war 800 Jahre Wehrburg und ist heute ein Friedenszentrum.

Und weil Wege hier selten nur von A nach B führen, liegt dazwischen noch ein kleiner Pflichtstopp: das Weingut Grosz im winzigen Gaas. Ein Familienbetrieb zwischen Reben und Ruhe, wo der Blaufränkisch genauso ins Glas fließt wie der Uhudler. Im dazugehörigen Buschenschank gibts eine Brettljause, die genau tut, was sie soll: schmeckt groß und klein. 2023 wurde das Weingut übrigens mit der Rot-Goldenen Traube ausgezeichnet, so etwas wie der Buschenschank-Oscar des Burgenlandes.

Geschlafen haben wir im Kellerstöckl Königsberg. Ein Tiny House, das buchstäblich mitten in den Weinreben steht und fast bildlich für diese Region steht . Weniger als 70 Quadratmeter. Eine Feuerschale vor der Tür. Und ein Panoramafenster im Schlafbereich, durch das ihr morgens den Sonnenaufgang über den Weinbergen sehen könnt, ohne aufzustehen. Letzteres haben wir direkt getestet. Funktioniert bestens.

Und wenn man nach so viel Natur, Stille und Flussmomenten irgendwann wieder in Richtung Komfort kippen möchte, ohne die Region wirklich zu verlassen, gibt es einen Ort, der genau diesen Übergang perfekt auffängt: die Allegria Therme Stegersbach. Hier wird das Südburgenland plötzlich weich, warm und wohltuend.

Das Fahrrad als roter Faden

Drei Regionen, drei Rhythmen, ein Drahtesel. Wenn ihr das Burgenland wirklich verstehen wollt, dann setzt euch aufs Rad. Es ist hier nicht einfach ein Fortbewegungsmittel, sondern der eigentliche Schlüssel zur Region. Nicht umsonst gibt es hier über 3.300 Kilometer an bestens beschilderten Radrouten.

Am Neusiedler See radelt es sich flach und so unkompliziert, dass selbst die Kleinsten mitkommen. Frisch eröffnet ist seit Mai 2026 der neue Nationalpark Radweg, der mitten durch den Seewinkel führt. Im Mittelburgenland wird’s dann hügeliger. Wer sportlich unterwegs ist, nimmt die Trails am Geschriebenstein. Wer mit kleinen Kindern fährt, bleibt lieber in den Weinhügeln mit deutlich mehr Stopps für Eis und Palatschinken. Und im Südburgenland? Da wird das Rad zur kleinen Zeitmaschine. Es bringt euch durch Naturparks, an Rastplätze am Fluss und auf stille Hügelkämme, für die ihr zu Fuß viel länger brauchen würdet.

Mehr dazu: Radrouten für Familien im Burgenland

Nachhaltig reisen im Burgenland

Beim Thema nachhaltiger Urlaub hat das Burgenland die Nase vorn. So ist das Burgenland das erste österreichische Bundesland, das flächendeckend mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Tourismusdestinationen ausgezeichnet wurde.

Die Burgenland Card zum Beispiel: kostenlos ab der ersten Nacht in einer Partnerunterkunft, kommt umsonst zu Nationalpark-Exkursionen, nutzt die Radfähre über den See, habt freien Trailzugang am Geschriebenstein und könnt den ÖPNV kostenlos nutzen. Soll heißen: Ihr braucht das Auto eigentlich gar nicht mehr, sobald ihr angekommen seid. Und wer mit dem E-Auto anreist, findet flächendeckend Lademöglichkeiten, auch dort, wo man eher nichts erwartet.

Bei den Unterkünften, in denen wir geschlafen haben, war das Nachhaltigkeitsthema nie ein Etikett, sondern Haltung. Der Tschardakenhof trägt das österreichische Umweltzeichen, einen der strengsten Nachhaltigkeitsstandards Europas. Die Guesthouses Neuer Strand wurden so direkt am Schilfgürtel gebaut, dass die Architektur sich der Natur anpasst und nicht umgekehrt. Und das Kellerstöckl Königsberg ist ein Tiny House mitten in den Reben mit kleinem Fußabdruck und großer Erfahrung.

Alles, was ihr braucht

Die Burgenland Card. Kostenlos ab der ersten Nacht in einer Partnerunterkunft.

Die Anreise. Aus München in rund 4–5 Stunden per Auto, aus Wien je nach Region in 45–90 Minuten. E-Auto-freundlich, Ladesäulen findet ihr inzwischen flächendeckend, auch abseits der größeren Orte.

Unsere drei Lieblings-Unterkünfte auf einen Blick:

  • Guesthouses Neuer Strand, Breitenbrunn: Tiny Houses auf Pfählen, direkt im Schilfgürtel des Sees.
  • Tschardakenhof, Lutzmannsburg: Denkmalgeschützter Streckhof, österreichisches Umweltzeichen, Frühstückskorb morgens vor der Tür.
  • Kellerstöckl Königsberg: Tiny House mitten in den Weinreben, Feuerschale, Panoramafenster.

Erlebnisse, Touren und Tipps in der Tiefe:

Alle Lieblingsplätze auf einen Blick

Land/Country
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Region
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Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Burgenland Tourismus. Alle Eindrücke, Tipps und Empfehlungen sind unsere eigenen.

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