Lugano mit Kindern: 11 Familienausflüge rund um den Luganersee
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Lugano mit Kindern? Unbedingt. Wenn es ein Rezept für gelungene Familienferien gäbe, stünden rund um den Luganersee alle Zutaten bereit: Berge für kleine Abenteuer, ein See zum Baden, Schiffe, die direkt vor der Nase ablegen, hübsche Tessiner Dörfer und zwischendurch immer wieder eine Gelateria.
Und das Beste: Das Meiste davon liegt erstaunlich nah beieinander. Ihr könnt morgens mit der Standseilbahn auf einen Berg fahren, mittags durch ein altes Dorf schlendern und am Nachmittag noch ins Wasser springen. Ohne Auto. Ohne stundenlange Transfers. Und ohne das Gefühl, den Familienurlaub in ein straffes Ausflugsprogramm verwandelt zu haben. Wir haben rund um Lugano 11 Ausflugsziele gesammelt, die wir für Familien wirklich spannend finden. Einige davon haben wir selbst besucht, andere stehen nach unserem Aufenthalt schon auf der Liste für das nächste Mal. Dabei geht es uns nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Sondern um die Orte, an denen Eltern und Kids gleichermaßen eine gute Zeit haben und die gerade jetzt zum Alter eurer Kinder passen.
Mit Bus, Bahn und Schiff durchs Tessin: Das Ticino Ticket
Bevor es losgeht, kommt hier ein ziemlich guter Tipp für alle, die im Tessin Urlaub machen: das Ticino Ticket.
Wer in einem Hotel, einer Ferienanlage, einer Jugendherberge oder auf einem Campingplatz übernachtet, bekommt es beim Check-in. Damit könnt ihr während eures gesamten Aufenthalts kostenlos mit Bus und Bahn im Kanton unterwegs sein. Die Gültigkeit reicht sogar bis Mitternacht am Abreisetag.
Dazu kommen Vergünstigungen bei zahlreichen Bergbahnen, Schiffen, Museen und Bädern. Je nach Angebot sind rund 20 bis 30 Prozent Ermäßigung drin.
Für Familien ist das Gold wert. Denn plötzlich wird aus dem spontanen „Wollen wir noch schnell mit dem Schiff nach Gandria?“ kein Rechenexempel mehr. Wie gut sich mit solchen Karten sparen lässt, haben wir in unserer Übersicht der besten Gästekarten für Familien zusammengestellt.
Und genau dieses Unterwegssein mit Leichtigkeit passt ziemlich gut zu einem Familienurlaub in Lugano.
1. Monte Brè: Bergpanorama und ein Künstlerdorf
Es gibt diese Ausflüge, bei denen schon der Weg zum Ziel dazugehört. Der Monte Brè ist so einer. Von Cassarate geht es mit der Standseilbahn hinauf auf 933 Meter. Die untere Sektion fährt bereits seit 1908, die obere seit 1912. Rund 620 Höhenmeter später liegt Lugano weit unter euch und der Luganersee zieht sich wie ein blaues Band durch die Landschaft.
Oben angekommen, könnt ihr einfach die Aussicht genießen oder durch den Kastanienwald Richtung Brè spazieren. Das alte Künstlerdorf mit seinen kleinen Gassen und Tessiner Häusern fühlt sich plötzlich ziemlich weit weg von der Stadt an.
Wir sind einfach losgezogen, ohne großes Ziel. Genau das mögen wir an solchen Orten. Für den nächsten Besuch haben wir uns das Ristorante Vetta mit seiner großen Panoramaterrasse vorgemerkt, das von April bis Oktober täglich geöffnet hat.
Gut zu wissen: Die Standseilbahn fährt vom ersten Samstag im März bis zum 6. Januar, dazwischen liegt die Wartungspause. Unterwegs hält sie unter anderem in Suvigliana, Albonago und Aldesago. Wer im Reka-Feriendorf Lugano-Albonago wohnt, kann damit praktisch vor der Haustür einsteigen.
2. Agriturismo La Stala: Tiere, Hofladen und Tessiner Küche
Der Agriturismo La Stala liegt in Mezzovico im Val Vedeggio, rund zwanzig Autominuten von Lugano entfernt. Auf dem Hof leben Kühe, Esel, Schweine, Kaninchen, Hühner, Gänse und eine Herde schwarzer Walliser Schafe. Einige der Tiere gehören zu alten Rassen, die über ProSpecieRara erhalten werden. Kinder merken sich solche Geschichten übrigens deutlich besser als jede Museumstafel.
Gekocht wird mit dem, was der Hof hergibt: Gemüse aus dem eigenen Garten, Fleisch aus eigener Zucht, dazu Produkte von Höfen aus der Umgebung. Der Gastraum steckt in einem umgebauten alten Stall, im Sommer sitzt man auf der Terrasse mit Blick auf die Hügel.
Unser Favorit ist der Emporio, der Selbstbedienungsladen direkt am Hof. Gemüse, Microgreens, Konfitüren, Pesto und hauseigene Salumi, rund um die Uhr geöffnet. Für ein Picknick am See lässt sich hier ziemlich gut einkaufen.
Gut zu wissen: Montag und Dienstag ist geschlossen, Mittwoch bis Freitag wird nur abends serviert, Samstag mittags und abends, Sonntag mittags. Reserviert vorher. Die Hoferlebnisse für Familien laufen auf Anfrage und sollten frühzeitig gebucht werden.
3. Parco San Grato: Botanischer Garten trifft Spielplatz
Ein botanischer Garten steht vermutlich nicht bei jedem Kind ganz oben auf der Wunschliste. Der Parco San Grato in Carona schafft es trotzdem ziemlich mühelos, auch die kleinen Besucher mitzunehmen.
Auf rund 62.000 Quadratmetern wachsen hier Azaleen, Rhododendren und Koniferen. Besonders spektakulär ist die Blüte im April und Mai. Aber auch außerhalb der Blütezeit gibt es genug zu entdecken. Denn zwischen den Pflanzen verstecken sich ein Märchenweg und ein richtig guter Spielplatz mitten im Park, umrahmt von mächtigen Koniferen und japanischen Ahornen.
Und dann wäre da noch der Ausblick. Der Park liegt auf rund 690 Metern nämlich zwischen Monte San Salvatore und Monte Arbostora. Perfekt also für einen Vormittag, an dem die Kids ein bisschen Bewegung brauchen und die Eltern gerne ein bisschen Tessiner Bergluft hätten.
Gut zu wissen: Der Eintritt ist kostenlos, der Park ist das ganze Jahr über geöffnet. Plant etwa 1,5 bis 3 Stunden ein. Mit dem Postauto seid ihr ab Lugano in rund 25 Minuten in Carona. Der Bereich rund um den Spielplatz ist breit und eben, das restliche Gelände dagegen teilweise hügelig. Im Panoramarestaurant könnt ihr einkehren, am Panoramaweg ist Picknicken erlaubt.
© Parco San Grato
4. Gandria: Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch
Das kleine Dorf klebt am steilen Hang direkt über dem Luganersee. Autos gibt es hier kaum. Stattdessen: schmale Gassen, alte Häuser, Treppen, Olivenbäume und immer wieder ein Blick aufs türkise Wasser. Am schönsten ist definitiv die Anfahrt mit dem Schiff ab Lugano, und für Kinder ist die rund 30-minütige Überfahrt sowieso ein Highlight.
Im Dorf angekommen, solltet ihr den Kinderwagen allerdings lieber an der Bootsanlegestelle lassen (dort wird zuverlässig darauf aufgepasst). Manche Gassen sind so schmal, dass selbst ein kleiner Buggy zur logistischen Herausforderung wird. Mit Trage ist Gandria dagegen wunderbar.
Direkt an der Schiffsanlegestelle liegt die La Bottega di Gandria. Schaut unbedingt für regionale Produkte, Tessiner Spezialitäten und Kuchen vorbei.
Für uns war das einer der schönsten Stopps rund um Lugano.
5. Sentiero dell’Olivo: Spaziergang mit Seeblick
Von Gandria könnt ihr direkt weiterlaufen. Der Sentiero dell’Olivo führt auf rund 3,3 Kilometern am See entlang Richtung Castagnola.
18 Schautafeln erzählen unterwegs von Olivenbäumen, dem Anbau und der Herstellung von Olivenöl. Viel spannender für Kinder ist aber wahrscheinlich, was zwischen den Tafeln passiert: am Wasser entlanglaufen, kleine Pausen machen und immer wieder stehen bleiben, weil ein Salamander auf den Steinen liegt.
Die reine Gehzeit beträgt ungefähr eine Stunde. Mit Kindern würden wir deutlich mehr Zeit einplanen. Der Weg ist weitgehend kinderwagentauglich, an einigen Stellen gibt es allerdings Stufen. Mit zwei Erwachsenen ist das gut zu meistern.
Unser Tipp: Lauft während eures Besuchs in Gandria nur einen Teil der Strecke, kehrt dann wieder um und fahrt mit dem Schiff weiter zu Tipp Nr. 6.
6. Cantine di Gandria: Tessiner Lebensgefühl am See
Noch ein Ort, den ihr mit dem Schiff erreichen könnt: die Cantine di Gandria.
Früher lagerten die Bewohner hier Wein, Käse und Wurst in kühlen Kellern direkt am See. Heute findet ihr dort traditionelle Grotti mit Tessiner Klassikern wie Polenta oder Risotto und schattigen Plätzen unter Bäumen. Direkt daneben liegt das Schweizerische Zollmuseum, das sich mit Schmuggel, Grenzen und der Geschichte des Zolls beschäftigt.
Wir haben es diesmal nicht hineingeschafft. Unsere Fähre war schneller als wir. Für den nächsten Besuch steht es deshalb definitiv auf der Liste. Allein die Lage am Wasser und der Blick Richtung Italien machen den Abstecher interessant.
Gut zu wissen: Das Museum ist nur mit dem Schiff erreichbar, die Anlegestellen heißen „Museo doganale“ und „Cantine di Gandria“. Geöffnet ist in der Saison 2026 vom 5. April bis 18. Oktober, Dienstag bis Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
7. Morcote: Ein bisschen Dolce Vita am Luganersee
Morcote zählt zu den schönsten Dörfern der Schweiz. Das ehemalige Fischerdorf liegt am südlichen Ende des Luganersees. Arkadenhäuser stehen direkt am Wasser, darüber führen Treppen hinauf zur Kirche Santa Maria del Sasso.
Unser Familienfavorit ist der Parco Scherrer. Der Park wirkt ein bisschen wie eine Mischung aus botanischem Garten und geheimnisvoller Entdeckungsreise. Zwischen Palmen und Zypressen tauchen plötzlich ägyptische, griechische oder fernöstliche Bauwerke auf.
Erreichen könnt ihr dieses besondere Dorf im Tessin mit dem Postauto am See entlang oder ihr nehmt den Wasserweg mit dem Schiff.
8. Parco Ciani: Der Lieblingsplatz für eine Pause in der Stadt
Nach ein paar Stunden Altstadt kommt bei uns immer der Moment, in dem alle gleichzeitig genug haben. Die Kids von den Gassen, wir vom Bummeln. Der Parco Ciani liegt in Lugano meistens schon in Sichtweite.
Der große Stadtpark beginnt direkt am Seeufer, mit weiten Wiesen, alten Bäumen und einem Spielplatz, auf dem es eine Burg, Rutschen und Schaukeln gibt. Ganz vorne an der Landzunge könnt ihr sogar baden. Damit lässt sich ein Stadttag ziemlich entspannt zu Ende bringen. Falls das Wetter kippt, liegt gleich nebenan das kantonale Naturkundemuseum.
9. Lido di Lugano: Ein Tag zwischen See und Sprungturm
Wenn aus dem „Wir gehen kurz baden“ irgendwann ein kompletter Badetag werden soll, ist das Lido di Lugano die richtige Adresse. Hier gibt es einen Sandstrand direkt am See, ein beheiztes olympisches Becken, ein weiteres Schwimmbecken, ein Kinderbecken und einen Sprungturm mit bis zu zehn Metern.
Für Familien mit Schulkindern ist das ziemlich vielversprechend. Während die einen ins Wasser springen, können die anderen einfach am Strand liegen und das mediterrane Flair genießen. Aber auch für kleinere Kids gibt es viel Unterhaltung.
Gut zu wissen: Öffnungszeiten und Eintrittspreise unterscheiden sich je nach Saison. Mit dem Ticino Ticket gibt es bei vielen Bädern Vergünstigungen.
10. Swissminiatur: Einmal durch die Schweiz, bitte
Ein Land in Kleinformat klingt erst mal nach einem Ausflug für Erwachsene, die gerne Modelleisenbahn spielen. Das trifft in diesem Fall nicht zu. Im Swissminiatur in Melide stehen mehr als 130 Schweizer Bauwerke im Maßstab 1:25 nebeneinander. Das Bundeshaus neben dem Matterhorn, die Kapellbrücke ein paar Schritte weiter, dazwischen Züge, Schiffe und Seilbahnen, die durch die Landschaft unterwegs sind.
Von Lugano fahrt ihr mit dem Zug sieben Minuten am Seeufer entlang, dann seid ihr auch schon da. Ab drei oder vier Jahren funktioniert der Park gut, weil sich immer irgendwo etwas bewegt. Richtig schön wird es im Grundschulalter, wenn die Kinder plötzlich Gebäude wiedererkennen und ihre eigene kleine Schweiz zusammensuchen.
Eine Sache solltet ihr vorab unbedingt mit den Kids klären: Angeschaut wird alles, angefasst nichts. Im Park gibt es aber einen Spielplatz, auf dem man sich zwischendurch nochmal kräftig austoben kann.
Gut zu wissen: Erwachsene zahlen 22 Franken, Kinder von 6 bis 15 Jahren 15 Franken, bis 5 Jahre ist der Eintritt frei. Die Familienkarte kostet 60 Franken für zwei Erwachsene mit Kindern und 40 Franken für einen Erwachsenen mit Kindern. Mit dem Ticino Ticket bekommt ihr 20 Prozent Ermäßigung, mit einem gültigen Swiss Travel Pass sind es sogar 30 Prozent. Die Rabatte gelten allerdings nur an der Kasse vor Ort, nicht beim Onlinekauf.
11. Museo in Erba: Kunst für Kids
Kunstmuseum mit Kindern? Ja. Das Museo in Erba am Central Park in Lugano, ein paar Schritte vom Kulturzentrum LAC entfernt, richtet seine Ausstellungen speziell an junge Besucher. Es gibt interaktive Elemente, Spielbereiche und ein Atelier, in dem selbst ausprobiert und gestaltet werden darf. Der Schwerpunkt liegt bei Kindern zwischen etwa drei und elf Jahren, für Zwei- bis Dreijährige gibt es zusätzlich ein Baby-Atelier.
Für uns ist das vor allem ein Schlechtwetter- und Hitzetipp. Also genau die Art von Adresse, die man gerne in der Hinterhand hat, wenn draußen gerade entweder 35 Grad herrschen oder der Himmel alle Schleusen öffnet.
Da die Ausstellungen wechseln, lohnt sich vorab ein Blick auf das aktuelle Programm.
Und wenn es regnet?
Auch wenn das Tessin gerne mit seinem Beinamen Sonnenstube der Schweiz wirbt: Regentage gehören natürlich dazu. Für solche Fälle haben wir uns noch ein paar Alternativen notiert, die wir bei unserem Aufenthalt im Reka-Feriendorf entdeckt haben:
- Splash & Spa in Rivera ist ein großes Erlebnisbad mit Rutschen und separatem Wellnessbereich und lässt sich gut mit dem Zug erreichen.
- Im Evolution Climbing Center in Taverne gibt es Kletter- und Boulderflächen, die bereits für Grundschulkinder interessant sind.
- Im LAC Lugano Arte e Cultura direkt am See könnt ihr Kultur und Architektur verbinden. Dort befindet sich unter anderem das Museo d’arte della Svizzera italiana.
Unsere drei Lieblingsausflüge für den ersten Urlaub in Lugano
Wenn ihr zum ersten Mal mit Kindern nach Lugano kommt und euch nicht mit einem durchgetakteten Programm überhäufen möchtet, würden wir mit drei Ausflügen starten:
- Monte Brè für das große Bergpanorama und das Künstlerdorf Brè.
- Gandria mit dem Schiff für kleine Gassen, See und echtes Tessiner Lebensgefühl.
- Parco Ciani für Lugano, eine Badepause und ein bisschen Dolce Vita am Wasser.
Damit habt ihr eigentlich schon alles, was wir an einem Familienurlaub im Tessin lieben: Berge, See, Stadt und ganz viel Zeit draußen. Der Olivenweg wird spannender, sobald alle gerne selbst laufen. Swissminiatur ist im Grundschulalter ein ziemlich sicherer Treffer. Und der zehn Meter hohe Sprungturm im Lido darf dann gerne auf die Bucketlist für die größeren Kids.
Alles Weitere könnt ihr nach Lust, Wetter und Alter der Kinder ergänzen. Eine Bergbahn hier, ein Schiff dort, dazwischen ein Gelato und am Nachmittag noch schnell in den See. Mehr Familienurlaub braucht es manchmal gar nicht.
Und wenn ihr für die nächste Reise weiterstöbern wollt: Alle unsere Lieblingsplätze in der Schweiz findet ihr hier gesammelt.
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Reka und Schweiz Tourismus. Unsere Einschätzung bleibt unsere eigene.















