Rentier-Safari in Salla: Lappland mit Kindern erleben

Auf dem Holzschlitten durch den Polarkreis mit Seil in der Hand und Moos in der Tasche

In Zusammenarbeit mit Salla ⋅ Rethinking North, co-finanziert durch die Europäische Union. 

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Der Salla Wilderness Park liegt nur wenige Minuten außerhalb des Dorfes Salla in der Region Sallatunturi in Finnisch-Lappland. Man parkt und steht wenige Minuten später vor einer ganzen Herde Rentiere, die im Schnee stehen und neugierig herüberschauen. Hinter ihnen sind bereits die Holzschlitten gespannt, in die wir uns nach einer kurzen Einweisung setzen dürfen und damit startet die Safari durch die arktische Wildnis.

Wir waren mit zwei Kindern hier, Ende März, und können ehrlich sagen: Das war das Erlebnis, über das zuhause am meisten gesprochen wurde. Nicht das Schneemobil, nicht das Skifahren. Die Rentiere.

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Eine Tradition, die Jahrtausende älter ist als der Tourismus

Was hier passiert, hat eine lange Geschichte. Das indigene Volk Lapplands, das diese Region seit mehr als zehntausend Jahren bewohnt, nutzte das Rentier als Transportmittel, Wärmequelle und Lebensgefährten. Der hölzerne Schlitten, auf dem man hier sitzt, ist eine direkte Verwandte der Pulkka, eines flachen Holzschlittens, der seit Jahrhunderten durch die Wälder und Fjells Lapplands gezogen wurde. Bevor es Schneemobile gab, war das die einzige Art, sich im Winter durch dieses Land zu bewegen. Das erklärt auch, warum sich die Fahrt hier nicht wie eine Attraktion anfühlt, sondern mit sehr viel Respekt für das Tier passiert. Es werden viele Pausen eingelegt, die Tiere werden artgerecht gehalten und von ausgebildeten Rangern betreut.

Wie die Rentier-Safari mit Kindern abläuft

Nach einer kurzen Einweisung bekommt jede Familie ihr Rentier zugeteilt. Unser Guide kommt aus Finnland und ist mit diesen Tieren aufgewachsen. Man setzt sich in den Holzschlitten, das Seil liegt in der Hand und dann geht es los. Langsam, leise, durch verschneite Waldwege, unter Bäumen hindurch, deren Schneelast mittlerweile geschmolzen ist.

Das Seil halten die Kinder natürlich sofort und nehmen das Ganze sehr ernst. Dabei, so erklärt unser Guide, muss man eigentlich wenig tun. Die Rentiere funktionieren als Gruppe mit einer fast automatischen Logik: bremst das Tier vorne, bremst das eigene ganz von selbst. Gleiches passiert beim Beschleunigen. Sie haben ein eingebautes Herdengedächtnis, das präziser ist als jeder Befehl. Das Seil ist also weniger Steuer als Verbindung. Und genau das macht es für Kinder so schön: Sie halten diesen Faden und fühlen sich trotzdem ganz verantwortlich.

Zwischenstopp am Gehege: Jungtiere füttern

Auf halber Strecke wird angehalten. Die trächtigen Stuten und die Jungtiere warten in einem separaten Bereich und freuen sich schon auf ihr Frühstück. Die Guides reichen Moos und Heu, man hält die flache Hand hin und spürt, wie das Tier langsam zu knabbern anfängt. Kein Zähnezeigen, keine Scheu. Man spürt höchstens die Lippen. Wer Kinder dabei hat, die noch nie ein großes Tier aus der Hand gefüttert haben, wird diesen Moment nicht vergessen.

Die Guides erklären dabei viel: warum die Tiere im Wilderness Park so gehalten werden, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Rentier in der lappländischen Kultur funktioniert, was sie fressen, wie sie sich im Winter verhalten, wann sie ihr Geweih verlieren und wie schnell es wieder nachwächst. Es klingt nicht wie ein Vortrag, sondern wie eine wahnsinnig spannende Schulstunde.

Lagerfeuer, Würstchen und der Rentierführerschein

Die zweite Pause findet an einer Holzhütte statt. Das Lagerfeuer brennt einladend, darüber kocht Kaffee und Tee. Jeder darf sich auf einem Stock ein Würstchen grillen und während man sich noch die Hände wärmt, liegen die Tiere ruhig im Schnee.

Jedes Kind bekommt am Feuer einen offiziellen Rentierführerschein, ausgestellt auf seinen Namen, als Nachweis, ein Rentier durch den Lapplandwald geführt zu haben. Dazu eine kleine Glücksbringerkette mit einem echten Stück Rentiergeweih. Unsere Kinder haben sich an diesem Nachmittag wie Nachwuchs-Santas gefühlt, was in Finnisch Lappland eine gewisse geografische Logik hat.

Nach der Safari: Naturausstellung

Im Hauptgebäude gibt es eine kostenlose Naturausstellung über die Tierwelt der Region, die Geschichte der Rentierzucht und die Ökosysteme Lapplands. Auch ohne Safari-Buchung ist dieser Ort für alle zugänglich.

Für wen ist diese Rentier-Safari in Lappland das Richtige?

Für alle Familien, die mit Kindern nach Lappland fahren und mehr suchen als schöne Winterbilder. Die Rentier-Safari im Salla Wilderness Park gibt etwas weiter: ein Gespür für ein Land, eine Kultur und eine Art zu leben, die sich grundlegend von dem unterscheidet, was Kinder zuhause kennen. Der Führerschein liegt jetzt übrigens bei uns zuhause bei jedem Kind auf dem Nachttisch und erinnert uns jeden Tag daran.

Neben der Rentier-Safari gibt es rund um Salla noch viele weitere Wintererlebnisse, die sich gut kombinieren lassen, eine schöne Übersicht findet ihr hier: Winterurlaub mit Kindern in Finnisch Lappland.

Poropuistontie 4A
98900 Salla
Finnland

Preis:
116 €, Kinder von 3 bis 12 Jahren -50%

Dauer:
ca. 3 Stunden

Outdoor

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