Unsere 14-Tage-Rundreise mit Tipps und Lieblingsplätzen
Seit Jahren ganz oben auf unserer Bucket List: Japan. Dieses Jahr war es endlich soweit und wir konnten uns diesen Traum erfüllen. Ein 9.500 Kilometer langer Flug, ein Land mit über 14.000 Inseln, Millionenmetropolen, eine komplett andere Kultur und eine fremde Schrift und mittendrin unsere Kinder, die von Anfang an genauso fasziniert waren wie wir.
Insgesamt waren wir zwei Wochen in Japan, zum ersten Mal, mit zwei Kindern zwischen Grundschul- und frühem Teenageralter. Und ehrlich: Es war einfacher und sicherer, als wir es uns vorher vorgestellt hatten. Hier teilen wir unsere Eindrücke, Tipps und Empfehlungen die wir während unserer Japan-Rundreise mit Kindern entdeckt haben.
Unsere 14-Tage-Route auf einen Blick
Für unsere erste Japanreise wollten wir von allem ein bisschen was: Stadt, Meer und Kultur. Zum Ankommen haben wir uns für vier Nächte in Tokyo entschieden, um uns erstmal im Land einzugrooven. Danach ging es weiter ans Meer in die Präfektur Mie als Kontrastprogramm zur Großstadt mit etwas mehr Ruhe und vielen kulinarischen und kulturellen Eindrücken.
Am Ende sind wir in Kyoto hängen geblieben und haben von dort aus Tagesausflüge nach Nara und ins Universal Studios in Osaka gemacht. Für uns war das die ideale Mischung: ein fester Ausgangspunkt und trotzdem jeden Tag neue Eindrücke.
| Tage | Station | Was wir erlebt haben |
| 1–4 | Tokyo | teamLab, Shibuya, Fischmarkt |
| 5–7 | Toba (Präfektur Mie) | Meer, Ryokan, Ama-Taucherinnen, Ise |
| 8–14 | Kyoto | Tempel, Nara, Osaka und Glühwürmchen |
Drei Stationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zu jeder Etappe gibt es einen eigenen Beitrag mit allen Adressen, unten verlinkt.
Die Distanzen sind übrigens kürzer, als man denkt. Von Tokyo nach Toba sind es rund 2,5 Stunden mit Shinkansen und Regionalbahn, von Toba nach Kyoto etwa zwei Stunden. Tokio und Kyoto trennen ebenfalls nur rund 2,5 Stunden Zugfahrt.
Wer Bedenken hat, dass das Reisen in Japan mit Kindern aufwendig sein könnte, den können wir beruhigen: Sobald man sich ein bisschen auskennt (und das dauert meist nur zwei bis drei Tage), erkennt man schnell, wie organisiert und durchdacht alles in Japan ist. Und wenn man doch einmal nicht weiterweiß, hilft immer jemand – der Schaffner im Zug, die Mitarbeitenden im Konbini oder die Bedienung im Café.
Traut euch also ruhig auch abseits der bekannten Routen. Verlieren kann man sich in Japan nur selten.
Wie wir geplant haben: Fixpunkte plus Freiheit
Was bei uns gut funktioniert hat: ein paar Fixpunkte vorab buchen, alles andere offen lassen. Festgelegt waren der Shinkansen, die Unterkünfte, der Tag bei den Ama-Taucherinnen und ein Tag im Universal Studios Osaka. Den Rest haben wir morgens beim Frühstück entschieden, je nachdem, wie die Kinder drauf waren. Wichtig war uns statt viele Orte abzuhaken, viele Eindrücke zu gewinnen.
Eine zweite Regel haben wir uns selbst gesetzt: nie länger als drei Stunden am Stück im Zug. Sonst wird es in zwei Wochen schnell zu viel mit drei sehr unterschiedlichen Stationen. Gefahren sind wir komplett mit der Bahn, und in Japan ist das ehrlich gesagt auch die schönste Art zu reisen.
Tokyo mit Kindern: super Japan Einstieg
Tokyo war unser Auftakt und ehrlich gesagt eine ziemlich sanfte Landung in einem fremden Land. Alles ist sauber, alles funktioniert, und Tokyo hat für Kinder mehr Highlights, als wir in vier Tagen schaffen konnten. Das teamLab Planets in Toyosu zum Beispiel, eine begehbare Wasser- und Lichtwelt, in der man wirklich barfuß durch knietiefe Becken läuft. Oder die Spielhallen an jeder Ecke. Oder die High-Tech-Toiletten, die unsere Kinder gefeiert haben wie eine eigene Attraktion.
Schöner als das klassische touristische Tokyo war für uns das Viertel Kuramae. Dort ist es ruhig, kreativ und voller kleiner Manufakturen und Cafés für Matcha-Pausen. Statt großer Kreuzungen wie in Shibuya spaziert man hier einfach durch die Straßen und bekommt ein Gefühl dafür, wie viele Gesichter eine Stadt wie Tokyo haben.
Alle Adressen findet ihr im Beitrag zu Tokyo mit Kindern.
Toba mit Kindern: das stille Japan am Meer
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Statt direkt nach Kyoto sind wir ans Meer abgebogen, in die Präfektur Mie. Drei Nächte haben wir dort in einem traditionellen Ryokan an einer Bucht verbracht, mit eigenem Onsen auf dem Zimmer und Blick ins Grüne. Tagsüber haben wir die Ama-Taucherinnen besucht und einen Ausflug nach Ise zum heiligsten Schrein Japans gemacht. Und ehrlich: Das wurde der schönste Teil unserer ganzen Reise.
Geplant haben wir diese Etappe mit Japanspecialist, weil wir solche Orte allein nie gefunden hätten. Gerade bei individuellen Reisen ist es Gold wert, jemanden an der Seite zu haben, der sich vor Ort auskennt.
Warum sich der Abstecher gerade mit Kindern lohnt, steht im Beitrag zu Toba mit Kindern.
Kyoto mit Kindern: die ausgewogene Mitte
Kyoto wurde unsere Basis für die letzten und längsten Tage. Von hier aus haben wir Tagesausflüge gemacht, ohne ständig die Koffer zu packen. Wir waren an den roten Toren von Fushimi Inari, bei den Rehen in Nara, bei den Glühwürmchen im botanischen Garten und einen Tag lang in der Super Nintendo World in Osaka. Was uns aber am stärksten in Erinnerung geblieben ist: ein Samurai-Kurs, den wir über das Samurai-Museum gefunden und als Familie gemacht haben.
Es war die Etappe mit der größten Bandbreite. Alle Cafés, Tempel und Tagesausflüge findet ihr im Beitrag zu Kyoto mit Kindern.
Japan mit größeren Kindern und Teenagern
Noch ein Wort zu den Altersgruppen, weil uns das vor der Reise auch beschäftigt hat. Unsere zwei sind in der Grundschule und im frühen Teenageralter und genau für dieses Alter ist Japan unserer Meinung nach ideal.
Gerade Manga, Pokémon und die Spielwelten sind eine perfekte Brücke ins Land, denn gerade die Popkultur ist in Japan eben nicht nur Kinderkram. Auch bezüglich Jetlag und dem Interesse an der Kultur haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Ebenfalls ein Pluspunkt ist natürlich, dass die Kids in diesem Alter auch experimentierfreudig beim Essen sind und wir uns so alle gemeinsam die Kulinarik Japans genossen haben.
Japan funktioniert bestimmt auch mit kleineren Kindern richtig gut, wenn man das Tempo etwas runterschraubt. Hilfreiche Tipps zu Stillplätzen, Umgang mit dem Kinderwagen usw. findet ihr auf der Website der Japnischen Fremdenverkehrszentrale (kurz JNTO), da wir selbst keine Erfahrung dazu gemacht haben.
Was Japan mit Kindern wirklich kostet
Ein Mythos, mit dem wir aufräumen wollen: „Japan ist teuer“. Stimmt so pauschal nicht. Klar, der Flug ist erstmal die größte Hürde, gerade mit Kindern ist das eine Investition.
Unterkünfte können in Tokyo und Kyoto teurer werden, vor allem während der Kirschblüte. Unser Tipp: früh buchen. Bei den Hoshino Resorts gibt es zum Beispiel Frühbucherrabatte, mit denen sich ordentlich sparen lässt.
Essen gehen war für uns dagegen überraschend günstig. In einem kleinen Gyoza-Laden in Gotanda haben wir zu viert für rund 15 Euro gegessen – und waren wirklich satt. Wer in den lokalen Vierteln isst und die Touri-Restaurants meidet, gibt fürs Essen oft weniger aus als zu Hause, selbst bei Fisch oder Wagyu.
Eintritte in Museen sind im Schnitt nur ein paar Euro, Kinder oft sogar kostenlos. Richtig ins Geld gehen eigentlich nur teamLab und das Universal Studios Osaka.
Transport im Land ist eine Frage des Komforts. Der Shinkansen ist die schnelle, aber teurere Variante. Wer günstiger reisen möchte, nimmt Regionalzüge – dauert länger, ist aber entspannt. In den Städten selbst ist der Nahverkehr sehr günstig und mit der Suica-Karte am einfachsten (mehr dazu im Praktisch-Block weiter unten).
Shopping ist im Vergleich zu Europa ebenfalls günstig. Trotzdem würden wir nicht allein wegen des Shoppings nach Japan reisen.
Noch ein Tipp zum Flug: Während der Ferienzeiten so früh wie möglich buchen. Schöner Nebeneffekt: Die Vorfreude dauert länger. Auf den gängigen Flugpreisvergleichsseiten lohnt es sich, einen Preisalarm zu setzen, um gute Angebote früh zu erwischen. Wir sind so zum Beispiel mit Cathay Pacific über Hongkong geflogen und haben die Flüge über rund 3.000 Euro für vier Personen gebucht.
Praktisches: Visa, eSIM, Suica, Fortbewegung
Einreise: Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ist Japan bis 90 Tage visumfrei. Reisepass im Original ist für die Einreise also ausreichend. Wichtig für Familien: Der Kinderreisepass wurde abgeschafft. Jedes Kind braucht jetzt einen eigenen biometrischen Pass. Wer sich am Flughafen noch ein paar Minuten sparen möchte, kann sich hier online bereits registrieren: www.services.digital.go.jp
Anflug: Tokyo hat zwei Flughäfen, Haneda und Narita. Haneda liegt deutlich näher an der Stadt und ist mit Kindern die bequemere Wahl. Wenn ihr beim Buchen Flexibilität habt, peilt Haneda an. Das spart ein paar wertvolle Nerven nach einem langen Flug.
Internet: eSIM ist meist günstiger und unkomplizierter als eine SIM-Karte vor Ort, weil man direkt nach der Landung online ist. Auf kostenloses WLAN sollte man sich nicht verlassen, das gibt’s eher selten. Wir nutzen für solche Fälle gerne die App Airalo
Google Lens oder der Apple Übersetzer sind in Japan echte Gamechanger. Ein Foto reicht und plötzlich wird aus Unbekanntem ganz viel Verständliches.
Bezahlen und Bahn: Die Suica-Karte, digital im Smartphone, ist der Schlüssel für Bahn und Bus. Achtung: pro Smartphone lässt sich nur eine digitale Suica anlegen. Für Kinder ohne eigenes Handy gibt es die physische „Suica”. Am einfachsten bekommt ihr die direkt am Flughafen oder an jedem größeren Bahnhof. Kids bis 12 Jahre zahlen übrigens nur die Hälfte.
Orientierung: Google Maps funktioniert in Japan top, inklusive Angabe des richtigen Bahnausgangs. In den riesigen Bahnhöfen ist das wirklich hilfreich. Was man wissen muss: Tokyo existiert auf mehreren Stockwerken. Am besten zweimal in die Adressbeschreibung schauen.
Schlafanzug im Zimmer: Was uns positiv überrascht hat: In vielen Hotels und besonders in Ryokans liegt für jeden Gast ein Schlafanzug oder Yukata bereit. Heißt für euch: ein Teil weniger im Koffer. Im Ryokan trägt man den Yukata sogar im ganzen Haus, auch beim Frühstück. Sehr gemütlich, hatten wir vorher nicht auf dem Schirm.
Restaurants: Für die Suche nach guten Lokalen nutzt am besten Tabelog, den führenden japanischen Restaurant-Guide. Das Bewertungssystem dort ist deutlich strenger als wir es kennen: Während im Westen eine 3,5 von 5 eher mittelmäßig wirkt, ist in Japan alles über 3,5 Punkten schon ein verlässlicher Indikator für herausragende Qualität.
Kofferversand: Was uns niemand vorher gesagt hat und was die ganze Reise leichter gemacht hat: Hotels und Ryokan schicken eure Koffer einfach an die nächste Unterkunft weiter. An der Rezeption füllt man einen Zettel aus, bezahlt eine recht geringe Gebühr von ca 6 Euro und am nächsten Tag ist das Gepäck vor euch im neuen Zimmer. Wir hatten für eine Nacht einen kleinen Rucksack mit Kleidung dabei und sind damit federleicht in den Shinkansen gestiegen.
Häufige Fragen zu Japan mit Kindern
Wie viele Tage für eine Japan-Rundreise mit Kindern? Zwei Wochen sind ein guter Rahmen für ein gutes Japan-Bild. Wer mehr Zeit hat, sollte sie in Natur und Ruhe investieren, nicht in zusätzliche Städte.
Was ist die beste Reisezeit? Frühling und Herbst sind am angenehmsten. Die Regenzeit im Juni und die Hitze im August sind mit Kindern anstrengender. Dafür fliegen in den Juni die Glühwürmchen und es ist weniger los. Jede Zeit hat also ihren Charme.
Ist der Shinkansen mit Kindern anstrengend? Im Gegenteil. Er ist leiser, pünktlicher und ruhiger als die meisten Verkehrsmittel, die wir kennen. Kinder unter sechs fahren in Lokalzügen kostenlos, von sechs bis zwölf zum halben Preis.
Was, wenn die Kinder kein Sushi mögen? Kein Problem, denn das Sushi, das wir kennen, gibt es in Japan eigentlich kaum. Grund genug, ganz viel Neues auszuprobieren. Und zur Not: Conbini, Famiresu-Familienrestaurants und die liebevoll angerichteten Kinderportionen fangen das auf. Wir haben unseren Kids freien Lauf gelassen und sie haben in Japan zahlreiche neue Gerichte für sich entdeckt.
Hotel oder Ryokan? Am besten beides. Eine Nacht im Ryokan mit Tatami, Futon und Onsen gehört zur Erfahrung dazu. Achtet auf Häuser mit privatem oder Familienbad, weil viele öffentliche Onsen kleine Kinder zulassen.
Ob wir euch Japan mit Kindern also empfehlen? Unbedingt. Vor allem Familien, die gerne in neue Kulturen eintauchen und sich auf etwas Neues einlassen, werden hier ihr Paradies finden. Japan ist unglaublich sicher, sehr gut organisiert und genau das nimmt im Alltag so viel Druck raus. Man kann sich treiben lassen, Neues ausprobieren und merkt schnell, wie entspannt Reisen mit Kindern hier eigentlich sein kann.



























