Familienurlaub im Bayerischen Wald: unsere Lieblingsplätze mit Kindern

Einmal Waidler auf Zeit im Bayerischen Wald

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Bergwerk, Glashütte, Nationalpark. Im Bayerischen Wald gibt es mehr zu entdecken, als man auf den ersten Blick denkt. Eine ziemlich coole Mischung für einen Familienurlaub? Finden wir auch. Und gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn zwischen dunklen Bergwerksstollen, alten Glashütten und dem wilden Wald des Nationalparks erzählt die Region ihre Geschichte nicht aus dem Lehrbuch, sondern ganz nebenbei. Man kann sie anfassen, riechen und manchmal sogar mit nach Hause nehmen. Zumindest in Form schwarzer Fingernägel nach einer Bergwerksführung.

Wir waren mit unseren Kindern unterwegs und haben dabei eine Seite des Bayerischen Waldes kennengelernt, die weit über klassische Waldromantik hinausgeht. Eine Region mit viel Handwerk, kreativen Menschen und einer Natur, die ihren eigenen Kopf behalten darf.

Welche Familienerlebnisse uns besonders gefallen haben und wo ihr im Bayerischen Wald unbedingt vorbeischauen solltet, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

Land/Country
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  • CH - Schweiz
  • DE - Bayerischer Wald
  • DE - Deutschland
  • ES - Spanien
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  • FR - Frankreich
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  • ID - Indonesien
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  • NL - Niederlande
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  • UK - Großbritannien
Region
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Ein Hausen zum Draufklettern und eine Donau voller Geschichten

Unsere erste Station lag noch gar nicht im Wald, sondern unten an der Donau. Im Haus am Strom bei Jochenstein steht ein lebensgroßes Modell eines Hausen, und natürlich waren die Kinder schneller darauf, als wir schauen konnten.

Der Fisch, auf dem sie saßen, hat sich längst aus der Donau verabschiedet. Früher zog der Hausen den Fluß hinauf, bis Staustufen und andere Eingriffe in den Fluss seine Wanderung irgendwann unmöglich machten. Plötzlich war da mehr als ein ziemlich großer Fisch zum Draufklettern.

Auch drinnen ist das Haus am Strom eher Erlebnis als Museum. Die Ausstellung macht die Donau, ihre Landschaft und ihre Bewohner über Mitmachstationen und Modelle greifbar. Genau das funktioniert mit Kindern ziemlich gut, weil sie nicht erst zehn Schautafeln lesen müssen, um zu verstehen, worum es geht.

Alles zum Besuch steht in unserem Beitrag über das Haus am Strom.

Schwarze Nasenspitzen und das Graphitfieber

Dass unter den Feldern rund um Hauzenberg etwas lag, merkten die Bauern früher am Schnee. Wo er im Frühjahr als Erstes verschwand, saß das schwarze Material darunter. Was danach kam, nennen sie hier bis heute das Graphitfieber. Höfe wechselten den Besitzer, Familien wurden reich, andere gruben und gruben und fanden kaum etwas.

Im Besucherbergwerk Kropfmühl wird diese Geschichte ziemlich greifbar. Unser Bergführer kannte sich nicht nur bestens aus, er hatte auch die Angewohnheit, jedes Gerät mit Namen anzusprechen. Nach der zweiten Bohrmaschine hatten die Kinder das Prinzip verstanden. Von da an wurde bei jedem Apparat erst einmal nachgefragt, welchen Namen er oder sie denn hat.

Und dann gab es noch eine Regel, die sich die Kinder sofort gemerkt haben: Eine schwarze Nasenspitze bringt Glück. Also wurde nach der Führung kurzerhand nachgeholfen. Draußen sahen wir entsprechend aus, als hätten wir nicht nur das Bergwerk besichtigt, sondern selbst eine kleine Schicht unter Tage hinter uns.

Mehr dazu in unseren Beiträgen zum Besucherbergwerk Kropfmühl und zum Granitzentrum Hauzenberg.

Ein Spaziergang auf Augenhöhe mit den Baumwipfeln

Am nächsten Morgen hing zwischen den Stämmen noch Nebel. Wir waren früh dran, das Holz und Moos unter den Füßen feucht, als wir bei unserem ersten Ausflugsziel ankamen.

Der Baumwipfelpfad Bayerischer Wald ist weniger klassischer Spaziergang als eine ziemlich besondere Runde über den Wald. Der Weg schlängelt sich immer höher zwischen die Bäume, bis man auf Höhe der Baumkronen unterwegs ist. Für die Kinder verändert sich dabei mit jedem Meter die Perspektive: Der Waldboden liegt plötzlich weit unten, die Baumkronen rücken auf Augenhöhe und aus einem Spaziergang wird ziemlich schnell eine Kletterrunde.

Zwischendrin gibt es immer wieder Stationen und kleine Aufgaben, bei denen die beiden gar nicht erst auf die Idee kamen, dass wir eigentlich spazieren gehen. Sie kletterten, balancierten und waren uns schon bald ein gutes Stück voraus.

Und dann steht da dieser riesige Aussichtsturm in Eiform, der den Baumwipfelpfad abschließt. Oben angekommen, liegt der Bayerische Wald plötzlich unter einem. Bei uns war an diesem Morgen allerdings mehr Nebel als Fernsicht. Auch gut. Dann blieb eben der Wald direkt vor der Nase.

Alles zum Besuch findet ihr in unserem Beitrag über den Baumwipfelpfad Bayerischer Wald.

Wenn der Wolf selbst entscheidet, wann Besuchszeit ist

Im Tier-Freigelände des Nationalparks warteten wir dann auf den Wolf. Wir standen vor seinem Gehege, beobachteten, warteten, gingen ein Stück weiter und kamen wieder zurück.

Der Wolf ließ sich Zeit. Und irgendwie passte das ganz gut zu diesem Freigelände, in dem es um Tiere geht, die ihren eigenen Rhythmus haben. Es gibt hier Tiere, die verschwunden sind, wie unser Hausen aus der Donau. Und es gibt Tiere, die zurückgekommen sind, wie der Wolf. Ob er sich zeigt, entscheidet eben nicht der Mensch.

Eine ganze Weile hielten die Kinder erstaunlich geduldig Ausschau. Irgendwann war dann aber genug Wolfsgeduld aufgebraucht. In Spiegelau wartete das nächste Familienprogramm: ein ganzes Waldstück mit Klettergerüsten, Rutschen und Seilen, mitten zwischen den Bäumen. Hier konnten die Kinder herumklettern und toben, während wir Erwachsenen ein bisschen hinterherliefen. Ein ziemlich guter Wechsel nach dem eher geduldigen Warten auf den Wolf.

Mehr dazu in unseren Beiträgen zum Tier-Freigelände und zum Waldspielgelände Spiegelau.

Über die Himmelsleiter zum Lusen

Auf dem Weg zum Lusen wartet irgendwann die Himmelsleiter. Stufe für Stufe geht es über die Felsen nach oben, und spätestens hier wird aus einer Wanderung eine kleine Familienaufgabe. Die Kinder waren uns schnell ein paar Stufen voraus.

Zwischen den Bäumen steht vorher noch ein ziemlich ungewöhnlicher Zwischenstopp: ein Bootsrumpf aus vierhundertachtzig grünen Glasscheiben, gehalten von einer riesigen Hand aus Eichenholz. Die Glasarche war jahrelang unterwegs, auf beiden Seiten der Grenze, bevor sie hier ihren Platz bekam. Viel erklären muss man dazu nicht. Man steht davor und versteht schnell, warum Wald und Glas hier zusammengehören.

Je höher wir kamen, desto mehr merkten wir die Strecke in den Beinen. Die Stufen waren anstrengender als erwartet. Ganz oben verschluckte der Nebel allerdings jede Aussicht. Er lag so dicht über dem Kamm, dass von den Nachbarbergen nichts mehr zu sehen war.

Wir blieben trotzdem, aßen später in der Hütte und nahmen für den Rückweg den breiten Winterweg. Es war September, am Wegrand färbte sich das erste Laub bereits rot und braun.

Wie sich die Runde planen lässt, steht bei unserer Familienwanderung am Lusen. Und weil die Kinder danach noch erstaunlich viel Energie übrig hatten, ging es am selben Tag weiter zur Sommerrodelbahn Bärenbob.

Ein Dorf, in dem die Vergangenheit noch steht

Im Freilichtmuseum Finsterau spaziert man durch ein Dorf aus einer anderen Zeit. Zwischen alten Bauernhäusern, kleinen Stuben und niedrigen Küchen bekommt man eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie die Menschen im Bayerischen Wald früher gelebt, gearbeitet und mit dem auskommen mussten, was Wald und Boden hergaben.

Die Häuser wurden aus verschiedenen Gegenden des Bayerischen Waldes hierher versetzt und zeigen einen Alltag, der mit unserem heutigen Familienleben nicht mehr viel gemeinsam hat. Kleine Kammern, dunkle Stuben, eine Küche mit einem Herd, an dem noch in den sechziger Jahren gekocht wurde.

Dazu kommt die Spielscheune mit Rutsche und versteckten Gängen, in der die Kinder zwischendurch noch einmal ganz anders ausgelassen sein konnten.

Mehr dazu in unserem Beitrag über das Freilichtmuseum Finsterau.

Auf dem Rückweg lohnt sich noch ein Zwischenstopp beim Glasbläser in Mauth. Für zehn Euro könnt ihr dort eure eigene Glaskugel blasen, die sich ziemlich gut als kleines Mitbringsel aus dem Bayerischen Wald macht.

Wo die Felsen das letzte Wort haben

Zum Schluss ging es auf den Dreisessel. Die Kinder waren inzwischen ziemlich wander-müde, die Felsen dort allerdings viel zu verlockend, um einfach daran vorbeizugehen. Also wurde geklettert, balanciert und zwischen den Granitblöcken herumgestromert.

Dafür ist der Dreisessel auch mit Kindern großartig. Man muss gar keine lange Tour daraus machen, um hier richtig viel Zeit zu verbringen. Die Felsen sind Spielplatz, Aussichtspunkt und kleine Kletterlandschaft in einem. Drei schöne Wanderideen für Familien haben wir in unserem Beitrag zum Dreisessel mit Kindern zusammengestellt.

Wir können euch den Bayerischen Wald für ein paar Tage Familienzeit wirklich ans Herz legen. Zwischen Felsen, Bergwerksstollen, alten Höfen und Wäldern gibt es erstaunlich viel zu entdecken, ohne dass sich die Tage nach klassischem Ausflugsprogramm anfühlen. Und wenn am Ende eine selbstgemachte Glaskugel im Handschuhfach liegt, nimmt man nicht nur ein schönes Andenken mit nach Hause, sondern auch ein Stück Bayerischen Wald.

Alle Ziele mit Preisen, Öffnungszeiten und Tipps zur Planung findet ihr in unserem Guide zu Ausflugszielen im Bayerischen Wald mit Kindern.

Wir waren als Gäste des Tourismusverbands Ostbayern unterwegs. Was wir euch hier erzählen, haben wir mit unseren Kindern selbst erlebt, und unsere Meinung bleibt wie immer unsere eigene.

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