Von wilden Küsten, maritimem Flair, Salzkaramell, Segelgeschichten und Hinkelsteinen in der Bretagne mit Kindern
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Bretagne mit Kindern, das heißt für uns eintauchen in eine Region voller maritimem Flair, wildem Atlantik und dieser besonderen Leichtigkeit, die sofort ansteckt. Endlose Wege durch Gräser und Farne entlang steiler Klippen, kleine Buchten, einsame Strände mit glasklarem Wasser und das Spiel der Gezeiten, das die Landschaft ständig verwandelt. Kinder, die Muscheln sammeln, während über ihnen Möwen kreisen, und Abende, an denen die Sonne den Himmel in die schönsten Farben taucht. Dazu die alten Steinhäuser mit blauen Fensterläden, kleine Häfen voller Fischerboote, in denen alles nach Salz und Meer riecht, und Restaurants, in denen frischer Fisch, Austern und Cidre nie fehlen. Und natürlich die familiären Crêperien, in denen Galettes und Crêpes mit Salzkaramell locken, das perfekte Familienessen, weil es wirklich Groß und Klein glücklich macht. All das ist einfach Bretagne pur.
Schon den zweiten Sommer in Folge verbringen wir unseren Familienurlaub in der Bretagne und es fühlt sich nach so viel mehr an als klassischem Strandurlaub: Abenteuer und Genuss zugleich. Und genau diese Mischung macht die Bretagne perfekt für einen Familien-Roadtrip. Jede Etappe zeigt eine neue Facette: mondäne Badeorte, stille Dörfer mit Charme, Segelstädte voller Energie und Orte, an denen Geschichte und Natur Hand in Hand gehen.
Dinard: Belle Époque-Villen, Smaragdküste und Familienglück am Atlantik
Unser Roadtrip beginnt in Dinard im Département Ille-et-Vilaine, gegenüber von Saint-Malo. Die Belle-Époque-Villen mit ihren Türmchen säumen die Smaragdküste, aus den Crêperien duftet es nach Buchweizen, und die Promenade du Clair de Lune leuchtet abends im sanften Glanz. Schon berühmte Maler wie Picasso ließen sich in den 1920er-Jahren von Dinards Küstenlandschaft inspirieren – sein Werk On the Beach, Dinard erzählt davon. Besonders magisch wird es auf dem Sentier des Douaniers, wenn bei Ebbe der Strandweg am Meer zwischen Plage de l’Écluse und Saint-Enogat frei wird. Dann wandert man direkt am Wasser entlang, beobachtet Schiffe draußen auf dem Atlantik und staunt, wie die Wellen an den Felsen spritzen.
Besonders cool für Familien sind Dinards Meeresschwimmbecken mit Atlantikwasser, draußen direkt am Strand mit Sprungplattform. Selbst wenn Ebbe ist oder ein kühler Wind weht, verwandelt die beheizte Meerwasser-Piscine gegenüber dem Plage de l’Écluse das „nur gucken“ blitzschnell in ein „Reinspringen!“. Da sind die Kinder natürlich sofort in ihrem Element.
Im Hôtel Le Saint-Michel fühlen wir uns sofort willkommen. Die Zimmer sind geräumig und hübsch eingerichtet. Im Wohnzimmer für alle liegen Spiele bereit, die zwischendurch für Abwechslung sorgen. Morgens gibt es ein französisches Frühstück mit noch warmen Pain au Chocolat.
Und abends geht es für uns in die Crêperie La Petite Longère am Place du Calvaire in Saint-Énogat. Auf karierten Tischdecken stehen schon die typischen Cidre-Tassen, während wir zuschauen, wie Crêpes und Galettes auf der heißen Platte entstehen. Wir probieren alles, von herzhaften Galettes aus Buchweizenmehl bis zu den süßen Crêpes mit Schokolade. Besonders stimmungsvoll sind die Sommerabende auf der Terrasse, wenn die Lampions leuchten.
Ausflüge und Erlebnisse in Dinard
Wattwanderung mit Fanny
Ein Bretagne-Erlebnis, das uns sofort begeistert, ist die Wattwanderung mit Fanny, die hier seit Jahren die Gezeiten wie ein offenes Buch liest. In Stiefeln stapfen wir über den bei Ebbe freigelegten Meeresboden, entdecken Krebse, Muscheln und kleine Schneckenhäuser. Für die Kinder fühlt es sich an wie eine Schatzsuche, während Fanny erzählt, wie man Muscheln richtig erntet und welche Zubereitungstricks die Locals kennen. Zum Abschluss wartet am Strand eine kleine Verkostung, denn Fanny ist eine ausgezeichnete Köchin, die so einige Tipps für die bretonische Küche auf Lager hat.
Kajak-Abenteuer in Saint-Lunaire
In Saint-Lunaire ziehen wir die Kajaks mit den Kindern ins Meer und paddeln los: rechts, links, rechts, links. Vorher unbedingt die Gezeiten checken und sich von den Locals beim Verleih erklären lassen, wohin die Strömung zieht. Auf dem Wasser spritzt die Gischt ins Gesicht, die Kinder lachen, wenn eine Welle das Boot anhebt. Mit etwas Glück zeigen sich sogar Delfine, die zwischen den Felsen vorbeiziehen. Ganz Mutige springen ins Wasser. Mit Neoprenanzug ein Spaß, ohne eine echte Mutprobe, denn die Smaragdküste bleibt auch im Sommer frisch.
Wandern auf dem GR® 34
Am nächsten Tag schnüren wir die Schuhe und laufen ein Stück auf dem GR® 34, dem historischen Sentier des Douaniers. Der Küstenwanderweg zieht sich fast 2.000 Kilometer um die gesamte Bretagne und zeigt auch hier bei Dinard, was ihn so besonders macht. Mal führen die Pfade direkt an den Klippen entlang, mal durch Farn und Wiesen. Auf diesem Abschnitt wartet hinter jeder Kurve eine neue Postkarten-Kulisse. Am schönsten ist es abends: Baguette unterm Arm, Picknickdecke im Rucksack und ein Platz mit Meerblick, um das Himmelsspektakel zu beobachten, wenn die Sonne im Atlantik versinkt.
Hier findet ihr unsere Lieblingsabschnitte zum Entlangwandern mit Kindern.
Familienurlaub Bretagne: Weiter in die Côtes-d’Armor zwischen Watt und Wiesen
Von der mondänen Smaragdküste geht es westwärts in die Côtes-d’Armor. Hier zeigt sich die Bretagne von ihrer ursprünglichen Seite: wilde Küsten, weite Felder, kleine Orte voller Leben. An den Stränden verlieren die Kinder schnell jedes Zeitgefühl, wenn sie Muscheln sammeln und davon gibt es hier reichlich. Mittlerweile sind wir ganz in der Bretagne angekommen und tragen stolz die typischen Streifenhemden, die es in den kleinen bretonischen Boutiquen an jeder Ecke gibt.
Unsere Tipps für die Côtes-d’Armor mit Kids
Plélo: Into the Prairie
In Plélo liegt Into the Prairie, ein bretonischer Urlaubstraum. Die charmantesten Ferienhäuser stehen hier mitten im Grünen, mit Garten, Wiesen und einem bunten Gemüsegarten. Hinter dem Konzept steckt Liz, die diesen Ort mit viel Liebe zu Details und einem sicheren Gespür für Familien geschaffen hat. Morgens frühstücken wir gemütlich, während die Kinder Tischtennis spielen. Später sitzen wir in der kleinen Gartensauna, hören die Grillen zirpen und lassen die salzige Luft noch einmal auf der Haut prickeln. Alles ist hier auf Entschleunigung gestellt.
Paimpol: Markttag und Hafen
Paimpol ist ein Küstenstädtchen, rund 30 Minuten von Into the Prairie entfernt. Dienstags ist hier Markttag und die ganze Stadt auf den Beinen, um frisches Obst, Gemüse, Fisch und Spezialitäten von den lokalen Produzenten einzukaufen. Das ist Frankreich wie es leibt und lebt. Einfach lebendig, bunt und voller Genuss. Neben Käse und Austern entdeckt man immer wieder Neues. Wie kleine knackige Minigurken, die wir so noch nie gesehen haben und sofort für den Salat am Abend mit in den Korb gewandert sind.
Ein Abstecher ins Delikatessengeschäft Vivres l’épicerie lohnt sich für eine Pause mit Kaffee und einem kleinen Snack, bevor es weiter zum Hafen geht. Dort reihen sich bunte Boote aneinander, Möwen kreisen über den Masten und die Cafés laden zum Verweilen ein.
Wer noch nicht genug hat, nimmt die Fähre zur Île de Bréhat. Die autofreie Insel erkundet man am besten mit dem Rad: vorbei an Blumenfeldern, kleinen Kapellen und versteckten Buchten.
Ploumanac’h mit Kindern: Rosa Granitküste entdecken
Ein Farbwechsel weiter: die legendäre Côte de Granit Rose bei Ploumanac’h, eine der spektakulärsten Küstenlandschaften Frankreichs. Über 300 Millionen Jahre alt schimmern die Granitfelsen hier von hellem Rosa bis kräftigem Rot, ein Farbton, den es so sonst nirgendwo in Europa gibt. Die Kinder klettern begeistert über die runden, vom Atlantik glattgeschliffenen Brocken und fühlen sich wie auf einem riesigen Abenteuerspielplatz.
Wir folgen dem Küstenpfad, vorbei an skurrilen Felsformationen, die mal wie Tiere, mal wie Figuren aus einem Comic wirken. Da ist auch schnell ein Spiel draus gemacht und das Wandern fällt auf einmal kinderleicht. Immer im Blick: der Leuchtturm von Ploumanac’h. An warmen Tagen wartet unten am Strand von Saint-Guirec ein Sprung ins Meer als Belohnung.
Schon gewusst?
· Die Geschichten von Asterix und Obelix sind von der Bretagne inspiriert.
· Viele Ortsnamen beginnen mit „Plou…“ – im Bretonischen heißt das „Dorf“.
· Heimat von Crêpes, Galettes und süßem Caramel au beurre salé.
· Mehr als 52 Leuchttürme wachen über die wilde Küste.
· Die beliebten Kommissar-Dupin-Krimis spielen in der Bretagne.
Morbihan: Bretagne mit Kindern zwischen Segelträume und steinerne Legenden
Nach den wilden Küsten im Norden geht unsere Reise weiter südwärts in den Morbihan, die sonnenverwöhnte Südbretagne. Hier wirkt die Luft wärmer, das Licht weicher und an manchen Tagen fast schon mediterran. Der Golfe du Morbihan ist ein kleines Binnenmeer mit mehr als vierzig Inseln, ein Labyrinth aus Wasser und Land, das man am besten vom Boot aus erlebt.
Wassersportler finden hier ihr Paradies. Ob Segeln, Surfen, Kitesurfen oder SUP – die Bedingungen sind ideal. Für die Kinder ist es ein Abenteuer, zum ersten Mal selbst ein Board auszuprobieren oder im Hafen Krabben zu fangen, während ringsum die Segelboote auslaufen.
Und doch ist das Morbihan nicht nur Meer und Wellen. Zwischen langen Stränden und kleinen Buchten warten die legendären Steinreihen von Carnac, uralte Kultstätten voller Mythen und Spuren des Zweiten Weltkriegs, die von einer jüngeren, aber nicht weniger prägenden Geschichte erzählen.
Lorient: Die Stadt der Segler
In Lorient treffen Vergangenheit und Zukunft direkt aufeinander. Wo einst eine der größten U-Boot-Basen Europas stand, pulsiert heute mit La Base ein Hotspot des Segelsports. In der Cité de la Voile Éric Tabarly wird Segeln zum Erlebnis: Segel setzen, Knoten üben, virtuell übers Meer steuern. Draußen schaukeln die Hightech-Trimarane, die Formel 1 der Meere, dicht an den Pontons und spätestens hier packt jeden die Lust, selbst in See zu stechen.
Gleich nebenan wird Geschichte greifbar. Während des Zweiten Weltkriegs lag hier eine der mächtigsten U-Boot-Bunkeranlagen des deutschen Militärs. Heute kann man das U-Boot Flore-S645 betreten und in engen Gängen, alten Anzeigen und winzigen Schlafkojen erahnen, wie sich das Leben unter Wasser anfühlte. Die Ausstellung im Bunker ergänzt das Bild einer Stadt, die Zerstörung und Aufbruch gleichermaßen in sich trägt.
Zum Finale wartet Adrenalin. Mit der TyRoll-Zipline geht es 350 Meter quer über das Hafenbecken, mit Blick auf Boote, Beton und das offene Meer.
Wer den Tag entspannt ausklingen lassen möchte, reserviert im Restaurant Gare aux Goûts mit kreativer Küche und entspanntem Vibe, perfekt nach einem Tag zwischen Segelträumen und Geschichte.
Carnac: Steine voller Geschichte
Wenige Kilometer weiter landen wir mitten in einer anderen Welt: Carnac mit seinen mehr als 3.000 Menhiren, seit Juli 2025 UNESCO-Welterbe. Zwischen den endlosen Steinreihen erzählen Guides von den großen Rätseln, die diese tonnenschweren Brocken noch immer aufgeben. Die Kinder sehen sofort Asterix und Obelix mit Zaubertrank vor sich und spinnen ihre eigenen Theorien. Und während wir noch versuchen, den Mythen auf den Grund zu gehen, ist eines klar: Diese Kulisse bleibt faszinierend, egal ob mit Comic-Fantasie oder archäologischem Blick.
Danach zieht es uns raus in die Natur. Mit dem Rad erkunden wir die Umgebung, fahren entlang aller drei Hinkelstein-Stätten, durch kleine Wege im Hinterland und weiter bis an die Küste. Das Meer im Blick und der Fahrtwind im Gesicht.
Für die Mittagspause wartet das Restaurant Le Kreiz direkt am Strand von Saint-Colomban. Die Muscheln sind hier legendär, und nicht selten trifft man Locals, die genau deswegen herkommen. Direkt vor der Tür startet ein Familienabenteuer: eine Schatzsuche per App, die mit einer Karte aus dem Touristenbüro beginnt. Ein bisschen Französisch reicht, der Rest ist pure Spielfreude. Der Weg führt entlang der Küste, vorbei an einsamen Buchten und grandiosen Ausblicken, und macht das Wandern zu einem Erlebnis, das keiner so schnell vergisst.
Zum Abschluss gehört der Geschmack der Bretagne auf den Teller. Bei Les Huîtres de Fred genießen wir einen Teller Austern und auch die Kids probieren mutig.
Geschlafen wird im Les Voiles, einer Unterkunft, die Familien sofort begeistert. Ein Pool zum Abtauchen, eine Schaukel mitten im Zimmer und ein Reich für die Kinder unterm Dach. Dazu eine zentrale Lage und ein Hauch Design, ein Ort, an dem Familien nach einem erlebnisreichen Tag gerne die Füße hochlegen.
Eins steht fest: Das war garantiert nicht das letzte Mal in der Bretagne. Zu viele Ecken warten noch darauf entdeckt zu werden, die Gezeiten verwandeln die Küste im Handumdrehen und selbst wenn draußen der Sturm tobt, gibt es immer gemütliche Plätze zum Einkuscheln.
Besonders der Spätsommer ist eine wunderbare Reisezeit. Die Strände sind fast menschenleer, Kinder bauen die größten Sandburgen, suchen nach Wattwürmern und Schwertmuscheln, während ihnen die salzige Brise durchs Haar weht.
Auf dem Weg in den Familienurlaub lohnt sich ein Stopp am Mont-Saint-Michel. Offiziell noch Normandie, gefühlt aber längst das Tor in die Bretagne und als UNESCO-Weltkulturerbe ohnehin ein Muss.
Die Anfahrt gelingt am besten mit dem Auto. So bleibt ihr flexibel und auch mit dem Elektroauto ist man in Frankreich bestens versorgt. Ob über Straßburg, Reims oder Épernay, die Heimat des Champagners, oder über Paris: Ab hier beginnt der Roadtrip Richtung Atlantik.
Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem Tourismusverband der Bretagne entstanden.









































