Bayerischer Wald mit Kindern: Wolf, Luchs und Elch im Tier-Freigelände

Mitten rein ins wilde Waldleben

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Das Tier-Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald zeigt euch keine Tiere, es lässt euch danach suchen. Rund 40 heimische Arten leben hier auf über 200 Hektar in Gehegen, die so weitläufig sind, dass sich ein Wolf darin ohne Weiteres vor euch verstecken kann. Meistens tut er genau das.

Wir waren bei unserem Besuch um die Mittagszeit unterwegs und haben außer den Vögeln kein einziges Tier zu Gesicht bekommen. Das hat den Kids zwar etwas Durchhaltevermögen abverlangt, war am Ende aber nur halb so tragisch. Für sie war der Weg durch den Wald längst das eigentliche Programm, mit Wurzeln zum Drübersteigen und Holzbänken zum Draufklettern.

Wenn ihr möglichst viele Tiere entdecken möchtet, lohnt es sich, früh am Morgen oder am späten Nachmittag zu kommen. Zu diesen Tageszeiten stehen die Chancen besonders gut, die Tiere in ihren Gehegen zu beobachten. Wer mit der Erwartung eines Zoos herkommt, geht womöglich enttäuscht wieder. Wer sich auf eine Geduldsprobe einlässt, bekommt einen der schönsten Waldspaziergänge der Region, und manchmal eben auch einen Luchs, Elch oder Braunbär zu sehen.

Land/Country
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  • CH - Schweiz
  • DE - Bayerischer Wald
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Region
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  • Zürich

Wer hier lebt

Untergebracht sind die Tiere in großräumigen Landschaftsgehegen und Volieren. Unterwegs kommt ihr an Wölfen, Braunbären, Luchsen und Wildkatzen vorbei, an Wisenten, Elchen, Hirschen und Wildschweinen, dazu Fischotter, Biber und Baummarder. In den Volieren sitzen Uhu, Habichtskauz, Kolkrabe, Auerhuhn und Schwarzstorch.

Viele dieser Arten waren im Bayerischen Wald einmal zu Hause und sind es heute nicht mehr, was den Rundgang stiller macht, als man vorher denkt. An den Gehegen erklären Tafeln, wie die Tiere leben und warum sie verschwunden sind, und die haben bei uns für deutlich mehr Fragen gesorgt als jedes Schild in einem Zoo.

Sieben Kilometer oder eben drei

Der komplette Rundweg misst sieben Kilometer, wofür ihr mit Beobachtungspausen drei bis vier Stunden braucht. Das ist mit kleineren Kindern ambitioniert, weshalb es zwei ausgeschilderte Abkürzungen gibt, die den Weg auf rund drei Kilometer und anderthalb Stunden verkürzen.

Nehmt die Abkürzung ruhig als Normalfall und nicht als Notlösung. Ihr kommt trotzdem an den meisten großen Gehegen vorbei und habt danach noch Kraft für den Rest des Tages.

Sämtliche Wege sind kinderwagen- und rollstuhlgeeignet und werden im Winter geräumt und gesplittet, das Gelände funktioniert also auch mit Buggy und im Januar. Führt der Weg einmal direkt durch ein Gehege, gibt es jeweils einen Umleitungsweg daneben. Hunde dürfen an der Leine mit, anders als nebenan auf dem Baumwipfelpfad.

Feste Fütterungszeiten gibt es übrigens nicht, darauf zu warten lohnt sich also nicht. Packt stattdessen ein Picknick ein und setzt euch auf eine der Holzbänke, denn das Warten an einem Gehege wird deutlich angenehmer, wenn man dabei etwas zu essen hat.

Das Hans-Eisenmann-Haus für drinnen

Am Eingang steht das Besucherzentrum, und wir würden es nicht als Schlechtwetterprogramm abtun, weil es eines der liebevollsten ist, die wir kennen. Im Erdgeschoss geht es durch einen Eichhörnchenkobel und durch einen Raum, der die Welt aus dem Blickwinkel einer Fledermaus zeigt.

Im Obergeschoss wartet ein Entdeckerbereich, in dem die Kids über Stufen in einen kleinen Wald hinaufsteigen. Überall lassen sich Schubladen und Türchen öffnen, hinter denen eine Vogelfamilie oder eine Spinne sitzt und aus ihrem Leben erzählt, und darunter liegt eine Höhle. Richtig gut gemacht, und der Eintritt kostet nichts.

Im Café Eisenmann gibt es Kuchen und kleine Gerichte.
Wenige Schritte weiter liegt die Waldschenke und hat drinnen einen kleinen Kinderbereich.

Anfahrt und Parken

Der Hauptzugang liegt am Parkplatz P1 beim Nationalparkzentrum Lusen, weitere Eingänge findet ihr bei Altschönau und an der Böhmstraße. Alle Parkplätze sind gebührenpflichtig, das Gelände selbst kostet keinen Eintritt.

Beide Startpunkte erreicht ihr auch mit dem Igelbus, und mit dem GUTi-Logo auf eurer Gästekarte fahrt ihr kostenlos. Einen Überblicksflyer mit Karte bekommt ihr im Hans-Eisenmann-Haus, der lohnt sich, bevor ihr losgeht.

Ein Tipp zur Reihenfolge: Der Baumwipfelpfad beginnt am selben Parkplatz und öffnet um 9:30 Uhr. Macht ihn zuerst, dann liegt das Freigelände am Nachmittag, wenn die Kids ohnehin langsamer werden.

Alle unsere Ausflugsziele im Bayerischen Wald mit Kindern findet ihr hier gesammelt.

Böhmstraße 39
94556 Neuschönau
Deutschland

Öffnungszeiten:
Tier-Freigelände ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich, Hans-Eisenmann-Haus von April bis zur ersten Novemberwoche täglich 9 bis 18 Uhr

Preis:
Eintritt frei, sowohl im Tier-Freigelände als auch im Hans-Eisenmann-Haus

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern e.V. entstanden. Unsere Meinung und persönlichen Eindrücke sind dabei ganz unsere eigenen.

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