Auf Tuchfühlung mit dem alten Bayerwald
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Im Freilichtmuseum Finsterau hängen die Türstürze so tief, dass selbst die Kids den Kopf einziehen. Auf 935 Metern dicht an der böhmischen Grenze stehen hier komplette Bauernhöfe, in denen vor wenigen Generationen noch gelebt wurde, und in denen die Betten ziemlich kurz angebunden sind.
Genau solche Details waren es, die bei den Kids hängen blieben. Und wenn zwischen alten Stuben und kurzen Betten dann doch die Konzentration nachließ, ging es ab in die Spielscheune. Rutsche, versteckte Gänge, einmal komplett durch und wieder von vorne. So sieht ein Museumsbesuch mit Kindern dann eben auch aus.
Uns hat gefallen, dass dieses Museum eine Größe hat, die man gut schafft. Zweieinhalb Stunden reichen für alles, und danach ist noch Luft für den Rest des Tages.
Kopf einziehen und eintreten
Das größte Gebäude ist der Petzihof, der als erster komplett versetzter Bauernhof dieser Größe in ein Freilichtmuseum kam. Als Gegenstück stehen daneben das Tanzerhaus und das kleine Schanzerhäusl, an denen sich ablesen lässt, wie unterschiedlich das Leben hier oben je nach Besitz ausfiel.
Eingerichtet sind die Stuben so, wie sie zwischen den 1930er und 1960er Jahren ausgesehen haben, und in den Kammern wird schnell klar, dass man damals mit wenig Platz auskommen musste. Dazwischen liegen ein Straßenwirtshaus mit Tanzsaal und eine kleine Kapelle.
Audioguides bekommt ihr über einen QR-Code aufs eigene Handy, und sowohl das Gelände als auch die Wege sind barrierefrei angelegt.
Spielscheune und Tiere zieht immer
Damit aus dem Rundgang kein reines Erwachsenenprogramm wird, hat das Museum zwei Trümpfe im Ärmel. Zum einen die Spielscheune, in der die Kids nach Herzenslust toben dürfen und die bei schlechtem Wetter zur Rettung wird, dazu einen Spielplatz im Freien.
Zum anderen die Tiere. Auf dem Gelände leben Esel, Ziegen, Kühe und Gänse, und wir haben inzwischen gelernt, dass sich ein Freilichtmuseum mit einer Ziege deutlich leichter verkaufen lässt als eines ohne.
Unser Tipp zur Reihenfolge: erst die Höfe, dann die Spielscheune. Andersherum kommt ihr keinen Meter mehr weiter.
Solange das Eisen heiß ist
Regelmäßig gibt es Vorführungen, bei denen das alte Handwerk wieder in Gang kommt, etwa in der Dorfschmiede oder in der Schusterwerkstatt. Dort wird tatsächlich noch geschmiedet, solange das Eisen heiß ist, und die Kids stehen mit offenem Mund davor.
Nach Vereinbarung lässt sich sogar das Bauernbrot backen buchen, was ein deutlich handfesteres Mitbringsel ergibt als jeder Museumsshop. Fragt am besten vorher per Mail an.
Ein Hinweis, damit ihr vorbereitet seid: Zuletzt lief eine Sonderausstellung über Sterben, Tod und Trauer in Niederbayern. Sie ist sehr sehenswert gemacht, aber je nach Alter und Tagesform der Kids möchtet ihr sie vielleicht auslassen. Fragt am Eingang, wo genau sie liegt, dann könnt ihr selbst entscheiden.
Zur Stärkung gibt es das Museumswirtshaus in der alten Tafernwirtschaft und ein Café auf dem Gelände.
Abstecher zum Glasbläser in Mauth
Wenn ihr schon in der Gegend seid, hängt unbedingt einen Stopp bei der Glasbläserkunst Mauth an, die nur wenige Minuten entfernt an der Glasstraße liegt. Dort dürfen die Kids ihre eigene Glaskugel blasen, und Pusten will hier tatsächlich gelernt sein.
Das Ganze dauert pro Kind nur drei bis fünf Minuten. Erst wird die Farbe ausgesucht, dann ruft der Glasbläser die Kids nach oben auf die Empore, sobald alles vorbereitet ist, und während sie pusten wird zwischendurch immer wieder nachgeformt. Eine Kugel kostet zuletzt rund 10 Euro, und als Mitbringsel für die Omas schlägt sie jede Ansichtskarte.
Wichtig für eure Planung: Das fertige Stück könnt ihr erst am nächsten Tag abholen, alternativ wird es gegen Aufpreis verschickt. Am Abreisetag lohnt sich der Besuch also nur bedingt.
Noch mehr Tipps für den Familienurlaub im Bayerischen Wald mit Kindern findet ihr hier.
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern e.V. entstanden. Unsere Meinung und persönlichen Eindrücke sind dabei ganz unsere eigenen.










