Wenn aus Waldspaziergang Wildlife wird
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Der Lusen liegt im ältesten Nationalpark Deutschlands und gehört mit seiner ungewöhnlichen Blockmeerlandschaft zu den schönsten Geotopen Bayerns. Auf dem Lusen hört der markierte Weg auf, bevor der Gipfel anfängt. Die letzten gut 400 Meter führen über ein Meer aus losen Felsblöcken, auf dem sich jeder seine eigene Route sucht, und ganz oben auf 1.373 Metern steht dann das Gipfelkreuz.
Für die Kids war der Himmelsleiter-Abschnitt der Lieblingsmoment des Tages, weil Klettern nun einmal spannender ist als Laufen. Die Blöcke liegen fest, sind grünlich bewachsen, und bei jedem Schritt muss man neu schauen, wohin der Fuß passt.
Uns hat dafür der Rundweg gefallen, der mit 4,7 Kilometern und rund 220 Höhenmetern überraschend zahm bleibt, solange man ihn richtig anlegt. Wie das geht, steht gleich hier drunter.
Mit dem Igelbus an den Start
Der eigentliche Trick liegt in der Anfahrt, denn den unteren Teil des Berges müsst ihr gar nicht selbst gehen. Am einfachsten parkt ihr am P+R Graupsäge und steigt dort in den Igelbus, der euch hinauf bis zum Lusenparkplatz bringt. Parken und Busfahren sind hier kostenlos.
Die Lusenstraße ist ohnehin für den Autoverkehr gesperrt, ihr habt also gar keine andere Wahl. Der Bus nimmt euch rund drei Kilometer und etwa 250 Höhenmeter ab. Für die Kids war die Fahrt durch den Wald übrigens schon der erste Programmpunkt.
Alternativ könnt ihr auch an der Fredenbrücke parken und von dort mit dem Igelbus weiterfahren. Der dortige Parkschein gilt gleichzeitig als Fahrschein. Mit einer GUTi-Gästekarte fahrt ihr ebenfalls kostenlos.
Die Glasarche im Wald
Vom Lusenparkplatz folgt ihr dem Rundweg mit der Markierung Luchs, der nach kurzer Zeit an der Glasarche vorbeiführt. Mitten im Wald liegt dort ein fünf Meter langer Bootsrumpf aus rund 480 dunkelgrünen Glasscheiben, gehalten von einer riesigen Hand aus Eichenholz.
Die Arche war fünf Jahre lang in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava unterwegs, bevor sie 2008 hier auf 1.176 Metern ihren festen Platz bekam. Gemeint ist sie als Aufruf zu Frieden und Toleranz, und selbst wenn man das den Kids nicht in dieser Form erklärt, wirkt das Ding zwischen den Bäumen. Links davon zweigt noch ein kurzer Bohlenweg ab, den ihr mitnehmen könnt.
Die Himmelsleiter und das Blockmeer
Die Himmelsleiter ist wirklich sehr steil und besteht aus sehr vielen Stufen, weshalb eure Kids trittsicher sein sollten. Für Wanderanfänger ist der Aufstieg nichts, und ein Kinderwagen hat hier ebenfalls keine Chance.
Oben angekommen gehen die letzten gut 400 Meter über das Blockmeer, und das macht tatsächlich Spaß, weil die Steine fest liegen und man sich seinen Weg selbst zusammensucht. Um die Entstehung dieser Steinformation ranken sich mehrere Sagen, von denen die schönste dem Teufel einen darunter vergrabenen Goldschatz zuschreibt. Als Motivation für die letzten Meter funktioniert sie hervorragend.
Am Gipfelkreuz wartet die Fernsicht, wenn das Wetter mitspielt. Bei uns kam der Nebel über die Berge geschwappt, womit die Aussicht weg war, das Blockmeer im Dunst dafür umso eindrucksvoller aussah.
Brotzeit im Lusenschutzhaus und der Weg zurück
Kurz unter dem Gipfel liegt das Lusenschutzhaus, und dort solltet ihr einkehren. Auf der Karte stehen Kaffee und Kuchen, aber auch Kaspressknödelsuppe, Kaiserschmarrn und ein ordentliches Brotzeitbrett, und nach dem Aufstieg schmeckt das alles noch einmal besser.
Zurück geht es über den Winterweg, der deutlich schneller vorangeht, weil es bergab und durch den Wald führt. Nehmt den Rundweg unbedingt in dieser Richtung, also steil hinauf und sanft hinunter, denn das Blockmeer im Abstieg wäre mit Kindern deutlich anstrengender.
Im Herbst lohnt sich der Rückweg besonders, weil die Pflanzen am Wegrand in allen Farben von Rot über Dunkelgrün bis zu einem ersten Braun schillern.
Alle unsere Ausflugsziele im Bayerischen Wald mit Kindern findet ihr hier gesammelt.
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern e.V. entstanden. Unsere Meinung und persönlichen Eindrücke sind dabei ganz unsere eigenen.










