Ein Gipfel, auf dem Klettern dazugehört und drei Länder vor der Nase liegen
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Für das Gipfelkreuz auf dem Hochstein braucht ihr 45 Minuten und 88 Höhenmeter. Der Wanderparkplatz liegt bereits auf gut 1.240 Metern, der Weg hinauf ist breit angelegt, und oben stehen Granitblöcke, die aussehen, als hätte sie jemand übereinandergestapelt.
Unsere Kids waren schneller bei den Felsen als wir am Aussichtspunkt. Kaum waren die ersten Granitblöcke in Sicht, wurde balanciert, geklettert und neugierig nach dem nächsten Weg gesucht. Überhaupt fühlt sich der Hochstein oben weniger wie ein klassischer Gipfel und mehr wie eine natürliche Felsenlandschaft an, in der es hinter jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.
Der Hochstein liegt im Naturschutzgebiet am Dreisessel, das wegen seiner beeindruckenden Felsformationen und der naturnahen Hochlagenwälder bereits 1938 ausgewiesen wurde. Der damals 268 Hektar große Bereich gehört heute zusammen mit den angrenzenden Hochlagen des Šumava-Nationalparks und Oberösterreichs zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.
Drei Könige, drei Sessel
Der Name des Dreisessels stammt aus einer Sage. Drei Könige sollen auf den Felsen gesessen und von dort ihre Länder unter sich aufgeteilt haben. Die namensgebenden Dreisesselfelsen liegen allerdings nicht am Hochsteingipfel, sondern beim Berghaus am Dreisessel.
Entstanden sind die markanten Granitblöcke durch Wollsackverwitterung, bei der das Gestein über Jahrtausende an den Kanten abgerundet wird. Im Bayerischen Wald ist Granit nichts Besonderes, in dieser Form aber schon, weshalb die Gipfelklippen als Geotop ausgewiesen sind. Auf demselben Rundweg liegt außerdem der Nashornfelsen, bei dem der Name Programm ist.
88 Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz
Vom Wanderparkplatz sind es rund 700 Meter bis zum Berggasthof und insgesamt etwa 1,5 Kilometer bis zum Hochstein auf 1.332 Metern. Der Weg ist gut ausgebaut und laut mehreren Wanderportalen sogar mit Buggy machbar, den letzten Abschnitt zum Kreuz nehmt ihr allerdings über Steinstufen.
Oben geht der Blick rundum über das Mühlviertel, den Böhmerwald und den Bayerischen Wald. Kurz vor den Stufen steht eine Bank, von der aus ihr das ganze Plateau überschaut, und direkt an den Felsen liegt die Johann-Nepomuk-Neumann-Kapelle, in der im Sommer Bergmessen gefeiert werden.
Ein Hinweis für heiße Tage: Der Weg verläuft fast durchgehend in der Sonne. Geht früh los oder nehmt genug zu trinken mit.
Mit einem Fuß in drei Ländern
Deutschland, Österreich und Tschechien treffen hier tatsächlich aufeinander, allerdings nicht am Gipfelkreuz. Der Dreiländerpunkt liegt ein gutes Stück weiter am Hochkamm, und dorthin führt eine eigene Runde von rund sieben Kilometern.
Über den Hochkammweg geht es zur Dreiländermark, wo ein Rastplatz mit steinernem Tisch steht, zurück über das Steinerne Meer, ein neun Hektar großes Geröllfeld, und den Adalbert-Stifter-Steig. Rechnet mit zweieinhalb Stunden und etwa 250 Höhenmetern. Konditionell ist das leicht, über die Blöcke wird es allerdings trittintensiv.
Wir haben es an unserem letzten Tag nicht mehr geschafft. Wenn ihr mit einem Fuß in drei Ländern stehen wollt, macht diese Runde also zuerst und hängt sie nicht an müde Beine an.
Einkehr auf 1.300 Metern
Auf halbem Weg liegt der Berggasthof Dreisessel, und genau deshalb funktioniert dieser Berg auch mit Kindern, die eigentlich nicht mehr wollen. Kurz vor dem Ziel wartet ein Teller, das zieht erfahrungsgemäß besser als jede Aussicht.
Wichtig für eure Planung: Montag und Dienstag sind Ruhetage, und die warme Küche endet am Nachmittag. Ein Blick auf die Website lohnt sich also vorher.
Und wenn die Kids nach dem Gipfel noch nicht genug haben, liegt am Fuße des Bergs der Erlebnispfad Waldstreifzug. Zehn Stationen führen in ein bis zwei Stunden durch den Wald, über eine App gibt es unterwegs zusätzliche Geschichten dazu, und im Sommer lässt sich die Runde gut mit einer Pause am Bach verbinden. Start ist am Campingpark Lackenhäuser bei Neureichenau, geöffnet ist der Pfad durchgehend.
Noch mehr Ideen und Tipps für euren Urlaub mit Kindern im Bayerischen Wald findet ihr hier.
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern e.V. entstanden. Unsere Meinung und persönlichen Eindrücke sind dabei ganz unsere eigenen.








