Ausflug ins Besucherbergwerk Kropfmühl mit Kindern im Bayerischen Wald

Dem schwarzen Gold von Hauzenberg auf der Spur

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Dass unter Hauzenberg das schwarze Gold des Bayerischen Waldes liegt, haben die Leute hier daran gemerkt, dass auf manchen Feldern der Schnee schneller schmolz als nebenan. Heute führen im einzigen Graphitbergwerk Deutschlands 220 Stufen rund 45 Meter in die Tiefe, und die dürft ihr mit Helm und Kittel hinuntersteigen.

Für die Kids war schon das Einkleiden am Anfang ein kleines Ereignis. Richtig spannend wurde es aber, als unten im Bergwerk die Maschinen zum Leben erwachten und unser Bergführer dazu die passenden Geschichten erzählte. Da war von Langeweile keine Spur.

Bei uns blieb vor allem die Geschichte dahinter hängen: Bauern, die mit einem Zufallsfund auf ihrem Grund plötzlich zu Geld kamen, und ein Rohstoff, der vom Bleistift bis zur Autobatterie in erstaunlich vielen Dingen steckt.

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Wie das Graphitfieber begann

Zunächst holten die Bauern das Material einfach aus der eigenen Erde, ab 1870 begann dann der industrielle Abbau unter Tage, und 1917 wurde das Bergwerk Kropfmühl gegründet. Inzwischen zieht sich ein Netz von über hundert Kilometern Stollen durch den Berg, der tiefste Abbauort liegt mehr als 200 Meter unter der Oberfläche.

Abgebaut wird hier seit über 140 Jahren, und das Material ist heute gefragter denn je, weil Graphit in Batterien steckt. Aus einem Heimatmuseum wird dadurch eine Geschichte, die noch läuft.

220 Stufen nach unten

Los geht es mit dem Klang der Schachtglocke und einem kurzen Film darüber, wie das Graphit überhaupt in diese Region kam. Dann zieht ihr Helm und Umhang an und steigt über die Stufen hinab, die stellenweise ziemlich rutschig sind.

Unten im Max-Stollen ist der Bergbau in einzelnen Situationen nachgestellt, mit einer simulierten Sprengung, mit Probebohrungen und einem kleinen Bagger. Die Geräte arbeiten mit Pressluft, und weil sie alle Frauennamen tragen, blieb bei unseren Kids garantiert jedes einzelne hängen.

Die Führung ist wirklich kindgerecht gemacht, unterwegs wird sogar gesungen, und am Ende zeigt eine Vitrine besondere Funde aus dem Berg. Für die Kleinen gibt es zusätzlich einen eigenen Kinderstollen.

Unten herrschen konstant rund 12 Grad. Nehmt also einen dicken Pulli mit und zieht Schuhe mit vernünftiger Sohle an.

Das Graphiteum über Tage

Nach der Führung geht es weiter in die Ausstellung, und dort dürfen die Kids selbst ran. Sie schieben einen Hunt über die Schienen und fahren mit dem Aufzug virtuell über 200 Meter in die Tiefe, um Graphit nach oben zu holen.

Ein großes Modell zeigt außerdem, wie die Zugbahnen im Berg verlaufen, was das Ganze plötzlich viel begreiflicher macht als jede Erklärung unter Tage. Das Graphiteum gibt es seit 2016, es führt durch 2.500 Jahre Regionalgeschichte, und die Exponate dürfen angefasst werden.

Rechnet für beides zusammen mit zwei bis zweieinhalb Stunden, wovon etwa 90 Minuten auf die Führung entfallen.

Nur donnerstags bis sonntags

Der wichtigste Punkt für eure Planung: Geöffnet ist ausschließlich von Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen, und es gibt genau zwei Führungen am Tag, um 11 und um 13 Uhr. Wer an einem Dienstag anreist, steht vor verschlossenen Toren.

Die Saison läuft von Ende März bis Ende Oktober, danach ist Winterpause. Barrierefrei ist die Anlage nicht, und Kinderwagen oder Kraxen können unter Tage nicht mit. Hunde dürfen ebenfalls nicht in den Stollen, für sie stehen oben Boxen bereit.

Draußen führt außerdem ein Geolehrpfad über rund 4,5 Kilometer ums Gelände.

Ein schöner roter Faden für den Tag ist die Stempelaktion Die 3 Schätze im Passauer Land. Wer Kropfmühl, das Granitzentrum Hauzenberg und das Haus am Strom besucht, sammelt auf einer Karte drei Stempel und bekommt am Ende eine kleine Schatztruhe.

Alle unsere Ausflugsziele im Bayerischen Wald mit Kindern findet ihr hier gesammelt.

Langheinrichstraße 1
94051 Hauzenberg
Deutschland

Öffnungszeiten:
Saison Ende März bis Ende Oktober, Donnerstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10:30 bis 15:00 Uhr. Führungen um 11 und 13 Uhr, Dauer rund 90 Minuten

Preis:
Erwachsene ab 17 Jahren 12 Euro, Kinder von 4 bis 16 Jahren 7 Euro, bis 3 Jahre frei

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern e.V. entstanden. Unsere Meinung und persönlichen Eindrücke sind dabei ganz unsere eigenen.

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