Wo der Bayerische Wald Münchner Stadtgeschichte schreibt
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Das Granitzentrum Hauzenberg sitzt am Rand einer alten Narbe im Berg, aus der einst genau der Stein kam, von dem es heute erzählt. Wo früher gesprengt und gebrochen wurde, steht inzwischen Wasser, und über diesem Steinsee thront ein Bau aus klaren Kanten, der selbst ein wenig wie ein zurechtgehauener Block wirkt.
Für die ganze Familie geht es erst einmal mit dem Fahrstuhl ein Stück ins Erdinnere. Unten wird es dunkel, der Granit glitzert und draußen im alten Steinbruch stehen die großen Maschinen, mit denen hier früher gearbeitet wurde. Ziemlich viel zu entdecken für ein Thema, das auf den ersten Blick erst einmal nach sehr viel Stein klingt.
Und oben wartet der Steinbruchsee. Mit ziemlich schöner Aussicht und dem kleinen Aha-Moment, dass ein guter Teil der Münchner Gehwege und Hausfassaden ursprünglich einmal genau hier aus dem Berg gekommen sein könnte.
Steinreich in Hauzenberg
Den Anfang macht schon der Parkplatz, auf dem Figuren alter Steinhauer auf einem Rest jener Monolithen sitzen, die einmal für die Befreiungshalle in Kelheim bestimmt waren und es nie dorthin geschafft haben. Auf dem Weg zum Eingang gibt eine Stahlwand dann nur schmale Streifen des Steinbruchs frei, sodass man die Grube eher erahnt als sieht, bis am Ende der große GRANIT-Schriftzug auftaucht.
Über Generationen war Hauzenberg eine Granitstadt, in der das Leben im Takt der Brüche lief. Wie tief der Einschnitt um 1900 saß, als Eisenbahn und Pflasterstein das ganze Gewerbe umkrempelten, erzählt die Ausstellung ebenso wie der neuere Teil Granit und Eisenbahn.
Mit dem Fahrstuhl ins Erdinnere
Der Rundgang beginnt mit einem kurzen Film im Granitkino, danach steigt ihr in einen Fahrstuhl, der euch scheinbar tief unter die Oberfläche bringt. Unten empfängt euch eine dunkle Felsenhöhle voller Mineralien, in der das vermeintlich langweilige Grau plötzlich glitzert und funkelt.
Auf drei Ebenen geht es anschließend um die Geologie, um die Geschichte des Abbaus und um die Männer, die den Stein mit bloßer Muskelkraft aus der Wand geholt haben. Ihre Werkzeuge liegen griffbereit aus und erzählen detailgetreu von dieser Arbeit .
Ein Garten voller harter Brocken
Draußen wird es dann wieder handfest. Im Schausteinbruch seht ihr, mit welcher Wucht der Granit einst aus der Wand geholt wurde, und im Skulpturengarten verteilen sich Arbeiten bekannter Bildhauer zwischen den Felsbrocken, darunter Rudolf Hoflehner.
Über 10.000 Quadratmeter misst das Gelände, und weil es barrierefrei zertifiziert ist, kommt ihr auch mit Kinderwagen überall hin. Und wer am Ende noch etwas Handfestes mitnehmen möchte, findet im Shop eine große Auswahl an Steinen. Ein Café gehört ebenfalls dazu.
Auf Schatzsuche im Passauer Land
Das Granitzentrum gehört zur Stempelaktion Die 3 Schätze im Passauer Land. Wer zusätzlich das Graphit-Besucherbergwerk Kropfmühl und das Haus am Strom besucht, sammelt drei Stempel auf einer Karte und bekommt am Ende eine kleine Schatztruhe mit Steinen. Für die Kids ist das der rote Faden, der zwei Museumstage zusammenhält.
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern e.V. entstanden. Unsere Meinung und persönlichen Eindrücke sind dabei ganz unsere eigenen.










